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#BuchistBuch: Gleiches Recht für eBooks in Bibliotheken

Wundern Sie sich auch, warum Sie viele Bücher bei uns nicht als eBook finden, obwohl die Bücher aktuell und wichtig sind?
Beim Verleih von eBooks gibt es seit Jahren eine rechtliche Lücke, wodurch das Angebot der Bibliotheken an digitalen Neuerscheinungen stark eingeschränkt wird. Deshalb fordert der Deutsche Bibliotheks­verband die völlige rechtliche Gleich­stellung des eBooks mit dem gedruckten Buch.

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Empfehlungen Mai 2022

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter empfehlen

Zeitschrift-Cover: Das Magazin Buchcover: Ein erhabenes Königreich Buch-Cover: Zugvögel Buch-Cover : Der Pflanzenarzt – Ein gesunder Garten ohne Chemie Buch-Cover: Anna Buch-Cover: Vögel im Kopf


 

Zum internationalen Tag der Pressefreiheit am 03.05.2022

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Zeitschrift: Das MagazinDASMAGAZIN. – Berlin, Kurznachzehn Verlag GmbH. – Zeitschrift. – monatlich

Titel verfügbar?

DASMAGAZIN ist „die Zeitschrift für Entzückte und Verrückte, für Geistreiche, Verspielte und neugierig Gebliebene“ – so die Eigenwerbung des Verlages. Der Kurznachzehn Verlag in Berlin gehört nicht zu den großen, aber trotzdem: einmal im Monat gibt es eine volle Packung Leben, Liebe, Literatur und Lyrik. Und das schon sehr lange, denn es ist ein Lifestyle-Magazin mit langer Tradition. Der Filmregisseur Robert Siodmak gründete 1924 DASMAGAZIN. Mit Witz und Glamour setzt es sich im deutschen Zeitschriftenmarkt durch. Im Mai 1929 posierte sogar Marlene Dietrich als Covergirl. 1953 entsteht es neu. Die SED sah sich damals gezwungen, auf die Kritik an den ideologisch völlig überzogenen Medien einzugehen, und propagierte einen neuen Kurs in der Presselandschaft. Dazu sollen auch unterhaltsame Zeitschriften beitragen. Und so kam es zur Neugründung von DASMAGAZIN in der DDR. Kurz vor dem Mauerfall hatte DASMAGAZIN eine Auflage von 500.000, heute sind es 45.000.
Das Alter sieht man ihm nicht an. Eine Wundertüte voller Qualitäts-Journalismus mit Reportagen, Kolumnen, Lifestyle, Fotografie, Kulturtipps, Comics und vielem mehr in handlichem Format. Die Themen kommen von der Straße, aus Ost und West, Nord und Süd und sind ein anregendes Forum für Sinnsucher und Gedankenspieler.

Andrea Däuwel-Bernd

 

Klug beobachtete Familienstrategien und Gesellschaftsthemen

Buch: Ein erhabenes KönigreichGyasi, Yaa: Ein erhabenes Königreich. – DuMont, 2021. – 298 Seiten

Titel verfügbar?        Reading Challenge - RTRC22 Debüt

Nach ihrem Debütroman „Heimkehr“ nimmt Yaa Gyasi in ihrem neuen Werk den Leser mit in eine Familie, die aus Ghana in den Bible Belt nach Alabama gezogen ist. Die Mutter versucht, die vielfältigen Herausforderungen des Lebens mit Beten und Besuchen der Gottesdienste in „The Assembly of God“ zu lösen, der Vater verlässt die Familie ohne Abschied und kehrt von einem Familienbesuch aus Ghana nicht mehr zurück, und ihr sportlich hochbegabter Bruder sucht Zuflucht in harten Drogen, die sein junges Leben dramatisch beenden. Seine Schwester, die Protagonistin Gifty, wird zu Verwandten nach Ghana geschickt, damit sich ihre Mutter von ihrem Kummer erholen und in ihrer Überforderung entlastet wird.
Als Erwachsene stürzt sich Gifty, wieder zurück in den USA, in die Wissenschaft und erforscht Suchtverhalten an Mäusen – ein später Versuch, die Drogenabhängigkeit ihres Bruders zu verstehen. Messerscharf beobachtet sie sich und ihre Umwelt und fasst ihre Wahr­nehmungen und Gefühle in Worte, die an Klarheit nichts zu wünschen übriglassen. Sie pflegt ihre Mutter, die u.a. an Depressionen leidet und das Bett in der Wohnung ihrer Tochter nicht mehr verlässt und versucht nebenher mit einem immensen Arbeitspensum, den Tod ihres Bruders und die Abwesenheit ihres Vaters zu verarbeiten. Dabei stößt sie immer wieder auf die Frage Glaube versus Naturwissenschaften und reflektiert diese während ihrer Forschungsarbeit und im Zusammenleben mit ihrer Mutter. Yaa Gyasi vermittelt in ihrem fesselnden Roman eine kluge und warmherzige Auseinandersetzung mit familiären, gesellschaftlichen und interkulturellen Themen.

Tanja Schleyerbach

 

Die Unfähigkeit zu bleiben

Buch: ZugvögelMcConaghy, Charlotte: Zugvögel. – Frankfurt am Main: S. Fischer, 2020. – 398 Seiten

Titel verfügbar?        Reading Challenge - RTRC22 Tier auf dem Cover

Franny hat „Wanderfüße“ und war schon als Kind rastlos. Sie liebt das Meer und die Vögel. Der Roman spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der das Artensterben stetig voranschreitet. Viele Tiere existieren bereits nicht mehr. Von Grönland aus möchte Franny den letzten Küstenseeschwalben nach Süden bis in die Antarktis folgen und überzeugt den Kapitän eines Fischerbootes sie mitzunehmen - denn die Vögel folgen den Fischen. Die Reise ist gefährlich und bedroht die gesamte Crew. Doch Franny klammert sich an ihr Ziel und wird immer mehr von ihrer schmerzlichen Vergangenheit eingeholt.
Der Roman ist keine ornithologische Abhandlung, sondern ein emotionaler Roman, der aktuelle Themen wie Artensterben und Klimakatastrophe mit der Suche nach dem Ich, der eigenen Identität verknüpft. Auch die eindringlichen Naturbeschreibungen überzeugen. Ein toller Mix aus Liebes-Abenteuer- und Klima-Fiktion.

Lisa Roth

 

Zum Weltbienentag am 20.05.2022

Natürliches Gärtnern mit Nützlingen und für unsere Bienen

Buch: Der Pflanzenarzt – Ein gesunder Garten ohne ChemieWadas, René: Der Pflanzenarzt – Ein gesunder Garten ohne Chemie. – Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2020. – 283 Seiten

Titel verfügbar?

Monokulturen waren in der Natur nie vor­gesehen, sie werden von Menschenhand angelegt. Die Schädlinge, die sich auf die jeweiligen Pflanzen spezialisierten haben, können sich durch das Übermaß an ange­botener Nahrung massenhaft vermehren. Dem kann Einhalt geboten werden, denn die Natur hat für alles einen Gegenpol angelegt um das natürliche Gleichgewicht zu bewahren.
Rene Wadas schreibt in seinem Buch „Ein gesunder Garten ohne Chemie“ wie dies gelingen kann: Von Nachbarpflanzen die Schädlinge fernhalten, natürliche Pflanzen­schutz­mittel zur Vorbeugung oder bei Befall, Tipps zum selbstgebauten Bienenhotel (da gekaufte meist ungeeignet sind) und Behausungen für andere Nützlinge, damit diese gleich im eigenen Garten überwintern. Auch als eBook und eAudio in der eAusleihe Neckar-Alb vorhanden.

Stefanie Krohmer

Logo Grüne BibliothekWeitere Medientipps zum Thema nachhaltiges Gärtnern aus unserer Reihe: Mach mit! - Monatstipp April „Gärtnern für die Umwelt“ in Grüne Bibliothek.

 

Zum Gratis Comic Tag am 14.05.2022

Großartig

Buch: AnnaOberländer, Mia: Anna. – Zürich: Edition Moderne, 2021. – 214 Seiten

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Eine Graphic-Novel von einer Illustratorin und Autorin aus der Region:  Mia Oberländer wurde 1995 in Ulm geboren und beschäftigt sich in ihrer Graphic Novel „Anna“ mit den Problemen besonders großgewachsener Teenager. Wenn man mit 15 schon alle Verwandten überragt und vom Arzt gesagt bekommt, dass man immer noch nicht ausgewachsen ist, wird Anderssein zum Problem. Ab wann ist eine Frau zu groß? Und wie fühlt sie sich dabei, aus der Norm herauszustechen? Die junge Comiczeichnerin Mia Oberländer zeichnete mit „Anna“ eine wunderbare, amüsante aber auch traurige Graphic Novel, die vom Schicksal von drei Generationen sehr groß gewachsener Frauen erzählt.

Andrea Däuwel-Bernd

 

Erschütternde Dokumentation jugendlicher Leidenswege

Buch: Vögel im KopfVögel im Kopf – Geschichten aus dem Leben seelisch erkrankter Jugendlicher. – Stuttgart: Hirzel Verlag, 2020. – 319 Seiten

Zur Medienauswahl

Depression, Angst- und Panikattacken, Zwangsstörungen, Ess-, Brech- und Magersucht sind die Diagnosen, mit denen sich die Menschen und ihr familiäres Umfeld, deren Schicksal in diesem Buch geschildert wird, als Jugendliche auseinandersetzen mussten. Hinter den „Etiketten“ stehen oft schwere seelische Verletzungen in einem frühen Alter, die zur Suizidgefahr werden können. Die Berichte Erwachsener über ihren meist jahrelangen Leidensweg als Jugendliche stehen im Zentrum, es kommen aber auch Geschwister, Eltern und Therapeuten zu Wort, die ihre Sicht auf die Situation schildern. In den Berichten wird das Tübinger Haus, die Kinder- und Jugend­psychiatrie mit den gelben Fenstern, und sein Innenleben geschildert: das Ankommen, die Räumlichkeiten, das Zurechtkommen mit der neuen Situation, das vorübergehende Abschiednehmen vom alten Umfeld, Besuche, Konfrontation mit der Krankheit, ihren Ursachen und dem langen Heilungsweg, Therapien, Therapeuten, Ausbrüche, Rückfälle, Essensqualen, aber auch wie es sich anfühlt, im Bett fixiert zu werden. Am Ende jedes oftmals erschütternden Berichtes steht ein kurzer weiterer Werdegang der ehemaligen Patient/innen, und es macht Mut zu lesen, dass viele einen Weg für sich gefunden haben, der sie zu sich selbst, aus den Leiden der Krankheit heraus oder zu einem guten Umgang mit ihr geführt hat.

Tanja Schleyerbach