X
  GO

Empfehlungen Dezember 2019

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter empfehlen

 

Zukunftsvisionen aus Afrika

Imagine Africa 2060: Geschichten zur Zukunft eines Kontinents. – Wuppertal: Peter Hammer Verlag, 2019. – 191 Seiten.

Titel verfügbar?

Afrika ist „in“. Afrika ist im Gespräch. Afrika hat eine Zukunft. Davon zeugen nicht nur verschiedene Kulturevents in Deutschland, sondern auch die Literatur­produktion, die hierzulande afrikanische Autorinnen und Autoren entdeckt. So das Festival „stimmen afrikas“ in Köln, das seit zehn Jahren der afrikanischen Literatur in Deutschland mehr Gehör verschaffen will. Jetzt ist ein Erzählband erschienen mit Geschichten von zehn Autorinnen und Autoren, die die Vielfalt des Kontinents symbolisieren. Utopien und Dystopien, Zukunftsvisionen und Science-Fiction aus zehn afrikanischen Ländern mit unterschiedlichen Sujets und Erzählweisen vermitteln einen Eindruck vom Reichtum der Literaturszene. Da gibt es ganz unterschiedliche und spannende Sichtweisen darauf, wie Afrika in 40 Jahren aussehen wird.
Ein lesenswerter Erzählband. 

Andrea Däuwel-Bernd

 

Höchste Zeit für neue Rollenbilder

Hansen, Michaela; Goris, Eva: Als Granny Aupair in die Welt. – München: dtv, 2013. – 219 Seiten.

Titel verfügbar?

Was machen Frauen über 60, die die Abenteuerlust packt und die keine Rücksicht mehr auf Beruf und Familie nehmen müssen? Einige gehen als Aupair für einige Zeit ins Ausland.
In zahlreichen Fallbeispielen berichten Frauen, wie es ihnen in den Gastfamilien bei der Kinder­betreuung erging, welche Erfahrungen sie gemacht und wie bereichernd sie die Zeit erlebt haben. Einsamkeit und Langeweile haben keine Chance, wenn man die die Welt bereist.
Beim Lesen der Erlebnisberichte taucht man ein in eine exotische Umgebung, lernt etwas über die Kultur fremder Länder, liest über anregende Begegnungen. Am Schluss des Buches schreiben Psychologen und Soziologen über das Älterwerden und die sinnvolle Gestaltung des Lebens nach der Arbeit.
Ein interessanter Titel mit vielen Anregungen.

Maria Weber

 

Jazzmusikalische Entdeckungsreisen

Roland Spiegel / Rainer Wittkamp: 111 Jazz-Alben, die man gehört haben muss. – Köln: Emons 2019. – 239 Seiten

Titel verfügbar?

Sie lieben Musik, aber kennen sich bei Jazz nicht aus? Sie schätzen so manchen Jazzmusiker und seine Musik und möchten Wesentliches erfahren?
Mit diesem Band aus der Reihe „111 … [Orte oder Dinge] die man [gesehen oder gehört] haben muss“ sind Sie sicherlich auf dem richtigen Weg. Die Auswahl der beiden Autoren, die keine Best-Of-Zusammen­stellung der berühmtesten Musik­stücke des Jazz anstreben, sondern sich musikalisch besonders lohnens­werten Musik­alben des Jazz widmen, ist sehr gelungen. Denn das Buch ist bei all seiner Kompaktheit – je eine Seite Text und eine Seite mit der Abbildung des betreffenden Albumcovers – auch für Jazz­liebhaber und Kenner sehr interessant. Sich mit viel guter Musik zu versorgen, ist für die Winter­monate genau das Richtige: Man kann es sich daheim gemütlich machen und mit diesen Anregungen auf musikalische Entdeckungs­reisen gehen.
Übrigens sind viele der Alben in unserer eBibliothek im Streaming­angebot Naxos Library Jazz vorhanden. Ein kurzer Weg vom Sofa zum PC genügt also für einen besonderen Hörgenuss!

Axel Blase

 

Eine besondere Familiengeschichte

Walker, Susannah: Was bleibt. Über die Dinge, die wir zurücklassen. – Berlin: Kein & Aber 2018. – 421 Seiten

Titel verfügbar?

Die meisten von uns kommen früher oder später in diese Situation: Die Eltern sterben, und was zurückbleibt, muss geordnet, aufgehoben oder weggeworfen werden. So ergeht es auch der Autorin Susannah Walker. Das Haus ihrer Mutter im englischen Worcester beherbergt ein riesiges Sammelsurium an Plunder, alten Fotos und Gebrauchs­gegenständen, die alle ihre Geschichten zu erzählen haben. Als Susannah Walker das Haus ihrer verstorbenen Mutter nach langer Zeit wieder betritt, ist sie geschockt: Es ist angefüllt mit Müll, die Räume sind unbenutzbar, und über allem liegt eine klebrige Schicht von Nikotin. Scham, Schuld und Wut werden zum Auslöser für eine Suche nach der Mutter. Das Buch ist Zeugnis einer Mutter-Tochter-Beziehung, einer schwierigen Familien­geschichte, zugleich aber auch ein Versuch des Verstehens und der Aussöhnung. Feinsinnig und gefühlvoll!

Andrea Däuwel-Bernd

 

Tschetschenisches Familiendrama in Wien

Macondo. – Regie: Sudabeh Mortezai. – 1 DVD, 2015. – 96 Min.

Titel verfügbar?

Der elfjährige Ramasan lebt mit seinen beiden Schwestern und seiner Mutter in Macondo, einer Wiener Flüchtlingssiedlung am Stadtrand. Seit dem Tod des Vaters gilt er als Mann im Haus, der sich um die Familie kümmern muss. Aber mit 11 Jahren ist man noch nicht erwachsen. Er dolmetscht für die Mutter bei Behörden, und er treibt sich mit Jungen seines Alters herum und beginnt, sich mit Diebstahl und Einbruch die Zeit zu vertreiben. Das gefährdet jedoch den positiven Ausgang des Asylverfahrens. Als mit Isa ein Kriegs­kamerad und Freund des toten Vaters in die Siedlung einzieht, weckt er Ramasans Interesse an seinem Vater. Das Interesse Isas an seiner Mutter missbilligt Ramasan und macht Isa, der versucht, Ramasan ein guter Freund und Vater zu werden, das Leben so schwer wie möglich, auch mit kriminellen Handlungen. Seine Wut ist unbändig und paart sich mit Eifersucht. Sehr genau arbeitet Mortezai mit Laiendarstellern die Befindlichkeiten von Mutter und Sohn heraus und schafft damit ein filmisches Meisterwerk.

Tanja Schleyerbach

 

Waffenverrückte Gesellschaft  III

Fridlund, Emily: Eine Geschichte der Wölfe. – Roman. Berlin: Piper Verlag 2017. – 371 Seiten

Titel verfügar?

Linda wächst in den Wäldern Minnesotas und in den Resten einer Kommune auf. In der Highschool ist die Jugendliche eine Außenseiterin. Ihren Geschichts­lehrer findet Linda sehr anziehend, und auch von ihrer Klassenkameradin Lily ist sie fasziniert. Es ist ein Schock für sie, als Mr. Grierson wegen Kinder­pornographie verhaftet wird und unter Missbrauchs­verdacht steht. Linda nimmt einen Job als Babysitterin bei den neuen Nachbarn am See an: Eine scheinbar heile Familie, wie Linda sie sich immer gewünscht hat. Zum ersten Mal in ihrem Leben bekommt sie Aufmerksamkeit. Es ist ihr Paradies, bis sich der kleine Paul verändert und seine Eltern sich merkwürdig verhalten. Eine Geschichte auf verschiedenen Erzählebenen über Verantwortung und Schuld.

Andrea Däuwel-Bernd