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#BuchistBuch: Gleiches Recht für eBooks in Bibliotheken

Wundern Sie sich auch, warum Sie viele Bücher bei uns nicht als eBook finden, obwohl die Bücher aktuell und wichtig sind?
Beim Verleih von eBooks gibt es seit Jahren eine rechtliche Lücke, wodurch das Angebot der Bibliotheken an digitalen Neuerscheinungen stark eingeschränkt wird. Deshalb fordert der Deutsche Bibliotheks­verband die völlige rechtliche Gleich­stellung des eBooks mit dem gedruckten Buch.

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Empfehlungen Januar 2023

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter empfehlen

Cover: Ein Festtag Buchcover: In fünf Jahren Buch-Cover : The hill we climb. Den Hügel hinauf Buch-Cover: Grüne Proteine Buch-Cover: Über Menschen Kartenspiel: Auruxxx. Die goldene Zwölf


 

Sinnlichkeit und Lebensfreude

Buch-Cover: Ein FesttagSwift, Graham: Ein Festtag. – München: dtv, 2017. – 142 Seiten

Titel verfügbar?       Reading Challenge - RTRC23 Zwanziger Jahre

Familie und Dienerschaft sind ausgeflogen auf dem Gut der Sheringhams am Muttertag des Jahres 1924. Das junge englische Dienstmädchen Jane aus der Nachbarschaft wird an diesem Tag zum ersten Mal heimlich von ihrem Geliebten Paul, dem Sohn der Sheringhams, nach Hause ins Herrenhaus eingeladen – wahrscheinlich zu ihrem letzten Stelldichein, denn Paul macht sich danach zu einem Treffen mit seiner standesgemäßen Verlobten auf. Am Ende dieses Tages wird Janes Leben nicht mehr so sein, wie es vorher war. Ein raffiniert konstruierter Plot, tiefgründige Beschreibung des Gefühls­lebens seiner Protagonisten und die Leichtigkeit, mit der der Autor die sozialen Umbrüche der Zeit nach dem 1. Weltkrieg mit ihrem sozialen Gefälle und der Klassenproblematik darstellt sowie die Erzählebenen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft mit­einander verschränkt, machen den schmalen Band zu einem echten literarischen Kunststück.

Andrea Däuwel-Bernd

 

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Buch-Cover: In fünf JahrenSerle, Rebecca: In fünf Jahren. – München: btb, 2022. – 319 Seiten

Titel verfügbar?       Reading Challenge - RTRC23 Zeitangabe

Wer kennt sie nicht? Die Frage aller Fragen bei jedem Vorstellungsgespräch – die Antwort darauf meist etwas schwieriger.

Nicht für die New Yorkerin Dannie – denn sie liebt ihren Job über alles und hat, zusammen mit ihrem Verlobten, einen ausgeklügelten 5‑Jahres-Plan, an den sie sich beide genau halten. Doch eines nachts geschieht etwas beinahe Übernatürliches, etwas Schicksal­haftes. Zweifel an ihrer Beziehung überkommen sie und dann bringt auch noch etwas Schreckliches ihr ganzes Leben durcheinander.

Als (Psycho‑)Thriller-Leserin bin ich mit diesem Buch total vom üblichen Weg abgekommen, bereue es aber keine Sekunde – denn das Buch ist wirklich zum Heulen schön UND komplett anders, als erwartet!

Katrin Grießinger

 

Lyrik für den interkulturellen Dialog

Buch-Cover: The Hill We Climb. Den Hügel hinaufAmanda Gorman: The Hill We Climb. Den Hügel hinauf. Zweisprachige Ausgabe. – Hamburg: Hoffmann und Campe, 2021. – 63 Seiten

Titel verfügbar?       Reading Challenge - RTRC23 Autor/in unter 30 Jahre

Bei der Amtseinführung von Präsident Joe Biden am 20. Januar 2021 trug die damals 22‑jährige Lyrikerin Amanda Gorman ihr Gedicht „The Hill We Climb“ vor. In wenigen Stunden bewegte sie mit ihrem Gedicht die ganze Welt. Ein zweites Mal bewegte das Gedicht die Gemüter, als in den Niederlanden Marieke Lucas Rijneveld als weiße, nicht-binäre Person mit der Übersetzung beauftrag wurde und ihr der Auftrag nach kritischen Stimmen wieder entzogen wurde. Die Frage der Kritiker/innen lautete: Wer darf für wen sprechen?
Für die deutsche Übersetzung wurden mit Uda Strätling, Hadija Haruna-Oelker und Kübra Gümüsay drei Personen mit unterschiedlichen Expertisen und Erfahrungen als Übersetzerteam beauftragt. Im Anhang der zweisprachigen Ausgabe wird anhand von Passagen aus dem Gedicht die Komplexität einer solchen Übersetzung deutlich, die gerade bei emotional und historisch aufgeladener Lyrik Vieles beachten muss.

Die Übersetzungsdebatte und ihre Auswüchse können und müssen auch kritisch betrachtet werden, dürfen aber den rassismuskritischen Blick auf die Verlagswelt, der der Debatte zur Grunde lag, nicht verschleiern. Die zweisprachige, deutsche Ausgabe mit ihren vielen Anmerkungen zeigt, dass der kulturelle Hintergrund einer Nation nur über die Vielfältigkeit der Perspektiven zu verstehen ist. Ein gelungenes Ergebnis einer teilweise überhitzten Debattenkultur.

Argiro Mavromatis

 

Ernährungsumstellung einfach gemacht: Genügend Eiweiß ohne Fleisch

Buch-Cover: Grüne ProteineGreen, Fern: Grüne Proteine. – München, Dorling Kindersley, 2016. – 156 Seiten

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Gesünder kochen wollte ich schon lange, doch für die Umstellung fehlten mir die richtigen Rezepte. Erst mit diesem Buch fand ich leckere Rezepte mit genügend Proteinen ohne Fleisch, die auch wirklich satt machen. Die verschiedenen Protein­arten werden zu Beginn des Buches beschrieben mit einer Übersicht der vielen verschiedenen Erbsen-, Bohnen-, und Getreidearten, von denen ich einige noch gar nicht kannte. Die Besonderheiten und der Gesundheitswert der Sorten werden auf wenigen Seiten beschrieben. Danach beginnt der Rezeptteil mit Snacks, Vorspeisen, Suppen, Salaten, Hauptgerichte und Desserts.

Unsere ersten Gerichte waren „Eier im Tomatenbett“ und „Grüner Pilaw“. (Mungobohnen einweichen nicht vergessen – steht leider nicht im Rezept.) Inzwischen haben wir neue Gewürze kennengelernt und 20 der 66 Rezepte ausprobiert. Fast alle haben uns geschmeckt und viele wurden in die Liste der Standardessen aufgenommen. Veganes und vegetarisches Essen kann wirklich gut schmecken.

Stefanie Krohmer

 

Von Berlin ins Hinterland

Buch-Cover: Über MenschenJuli Zeh: Über Menschen. – München: Luchterhand, 2021. – 412 Seiten

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Dora zieht spontan mit einem Auto voll Habseligkeiten und ohne Fahrrad und Möbel, dafür mit ihrer Hündin Jochen der Rochen von Berlin nach Bracken – ihre Beziehung zum immer zwanghafter werdenden Robert ist in der Coronazeit zerbrochen wie vieles andere auch.  Bracken? Dort hat sie sich ein Haus gekauft – auf dem dünn besiedelten Brandenburger Land. Dort will sie zur Selbst­versorgerin werden, nachdenken, Ruhe tanken und das überdrehte Agentur- und Stadtleben hinter sich lassen. Das gelingt schnell und gut. Nach und nach lernt Dora die wenigen Dorfbewohner kennen. Ihr unmittelbarer Nachbar Tom entpuppt sich als vorbestrafter Reichsbürger, der mit einer vernach­lässigten Tochter auf dem Nachbar­grundstück haust, Jochen durch die Gegend wirft, sie rüde anblufft und Gleichgesinnte im Garten empfängt. Ein paar Häuser weiter lebt ein homosexuelles Paar, das Blumengestecke herstellt und verschickt. Zwei ältere Damen gehören ebenfalls zur winzigen Dorf­gemeinschaft. Alle versuchen, sich irgendwie durch die Zeit der Pandemie zu retten. Nach Doras Wegzug von Berlin folgt die Kündigung des gutbezahlten Jobs und die bange Frage, wie geht es weiter? Womit soll sie die Raten fürs Haus bezahlen?

Juli Zeh macht es dem Leser mit der Lektüre nicht leicht, als Dora beginnt, in dem Nazi-Nachbarn, der sie ungefragt im Auto mit zum Einkaufen nimmt, den Menschen zu sehen und ihn zu unterstützen, als er dringend Hilfe braucht. Sie schildert auch die hässliche Fratze der grölenden Nazi­zusammenkunft, die gehisste Reichsfahne, die menschen­verachtenden Parolen und immer wieder Doras Zweifel, wie sie sich zu ihm verhalten soll. Dessen verwahrloste Tochter entwickelt eine starke Anhänglichkeit zu ihr, und immer mehr lässt Dora sich in sein Leben ziehen und schafft es immer weniger, sich abzugrenzen, sondern zieht sogar ihren Vater, Chefarzt an der Charité, mit hinein. Gewissheiten geraten ins Wanken, und nicht jede ihrer Handlungen muss man verstehen. Vielleicht passt dieser Roman ganz gut in eine Zeit, in der vieles hinterfragt wird, manches ins Rutschen kommt und wir immer wieder gefordert sind, sicher geglaubte Feindbilder durch Gespräche und einen anderen Blickwinkel zu überprüfen und auch dem Unzugänglichsten durch Menschlichkeit einen Weg aus der Unmenschlichkeit zu ebnen.

Tanja Schleyerbach

 

Die Jagd nach der „goldenen Zwölf“ und dem „HAPPY-MAN“

Kartenspiel: Auruxxx. Die goldene ZwölfAuruxxx. Die goldene Zwölf – Taunusstein: Now Games Spieleverlag, 2021. – Kartenspiel. – Für 2 - 6 Spieler ab 8 Jahren

Titel verfügbar?

Reichlich Spannung verspricht das klassische Kartenspiel mit Zahlen- und Sonder­karten. Denn nur wer die goldene Zwölf noch als letzte, einzelne Spielkarte auf der Hand hält, kann die Spielrunde beenden. Damit beginnt die Jagd nach einer der fünf goldenen Karten. Keine der heißbegehrten Karten erhalten? Dann zieh Dir eine oder versuche Dein Glück mit einer der Aktionskarten: Tausche alle Handkarten mit einer/m Mitspieler/in und durchkreuze nebenbei ihre/seine Strategie. Doch nicht nur die goldene Zwölf verhilft zum Sieg: Wer den HAPPY-MAN besitzt, bekommt am Ende der Runde nur die Hälfte der Punktzahl angerechnet. Die niedrigste Punktzahl gewinnt nach drei Runden.

Wir haben das erste Spiel zum Kennenlernen der Sonderkarten und einfachen Spielregeln genutzt. Danach hatten wir sie alle drauf und das Taktieren begann…

Stefanie Krohmer