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Unsere Medienempfehlungen zur Ausstellung im Heimatmuseum

»Kriegsende! Kriegsende? -
  Reutlingen nach 1945«

Buch-Cover: Reutlingen 1930-1945 Buch-Cover: Schicksale 1945

 

#BuchistBuch: Gleiches Recht für eBooks in Bibliotheken

Wundern Sie sich auch, warum Sie viele Bücher bei uns nicht als eBook finden, obwohl die Bücher aktuell und wichtig sind?
Beim Verleih von eBooks gibt es seit Jahren eine rechtliche Lücke, wodurch das Angebot der Bibliotheken an digitalen Neuerscheinungen stark eingeschränkt wird. Deshalb fordert der Deutsche Bibliotheks­verband die völlige rechtliche Gleich­stellung des eBooks mit dem gedruckten Buch.

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Empfehlungen August 2021

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter empfehlen

Buch-Cover: Die ganze Wahrheit (wie Mason Buttle sie erzählt) Buch-Cover: Rivertime Buch-Cover: Haifischzähne Buch-Cover: Bücherstadt Buch-Cover: Sherlock Holmes. Das gesprenkelte Band Buch-Cover: Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht Buch Cover: Sommernacht DVD-Cover: Yulas Welt. 14 Jahre auf der größten Müllhalde Europas. Der Kampf einer jungen Frau für ihre Zukunft


 

Geht zu Herzen

Buch-Cover: Die ganze Wahrheit (wie Mason Buttle sie erzählt)Connor, Leslie: Die ganze Wahrheit (wie Mason Buttle sie erzählt). – München: Hanser, 2020. – 219 Seiten

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Mason Buttle ist der größte und schwerste Siebtklässler in der Merrimack Middle School. Und er kann kaum lesen und schreiben, denn er ist Legastheniker. Außerdem schwitzt er extrem viel. Nicht die besten Voraussetzungen für einen 12-Jährigen, denn das macht ihn zur Zielscheibe für Spott und Hänseleien. Aber er ist liebenswert und hat ein Herz aus Gold. Vor einiger Zeit hatte er noch einen Freund. Doch Benny lebt nicht mehr, er ist unter tragischen Umständen im Obstgarten der Buttles verunglückt. Was damals passiert ist, ist unklar. Zum Glück findet Mason in Calvin einen neuen Freund, auch dieser ein Außenseiter. Und die beiden haben die Unterstützung der Schulsozialarbeiterin Miss Blinny.
Dies ist ein Buch, das ernsthafte und traurige Themen berührt und bei dem ich nach wenigen Seiten wusste, dass es sich zu lesen lohnt. Es hat die Erwartungen nicht enttäuscht, denn die Spannung in der Geschichte nimmt zu, die Figuren und die Konflikte sind vielfältig, so dass man es bis zum Ende nicht mehr aus der Hand legen will.
Ein Lesehighlight mit Herz und Gefühl und beeindruckender Kinderroman für Jung und Alt.

Andrea Däuwel-Bernd

 

Eine Flussreise in die Lebensader des amerikanischen Westens

Buch-Cover: RivertimeZirner, Ana: Rivertime. Allein auf dem Colorado von den Rocky Mountains bis nach Mexiko. – München: Malik, 2020. – 285 Seiten

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Die Bayerin Ana Zirner, Regisseurin, Kulturmanagerin und Bergwanderführerin mit Erfahrungen in langen Solobergtouren hat ein neues Abenteuer in einem Buch festgehalten. Sie nimmt den Leser mit auf eine aufregende Reise entlang des Colorado Rivers, zu Fuß mit schwerem Gepäck, auf traditionellen Holzbooten und mit dem Packraft durch grandiose, kaum zu beschreibende Naturlandschaften und Gegensätze: Wüsten, endlose Weiten, rote Felsformationen, tiefe Schluchten, grandiose Farbkontraste, Dürre und üppige Bewachsung, große Hitze und eisige Kälte. Den Fluss begleitet sie von seiner Entstehung über seine Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter bis er an der Grenze zu Mexiko aufgrund Umleitungen und gigantischer Staudämme auf der US-Seite praktisch versiegt. Jenseits der Grenze müssen die Mexikaner auf sein Wasser deswegen weitgehend verzichten. Ihnen wird dadurch die Möglichkeit genommen, ihre Felder zu bewässern und die lebensspendende Kraft des Flusses zu erfahren.

Auf ihrer Flussreise trifft sie Amerikaner, mit denen sie Freundschaften schließt und andere, mit denen sie ins Gespräch über deren radikalen politischen oder religiösen Einstellungen kommt, von denen sie weit entfernt ist. Die Zivilisation macht sie immer wieder müde und frustriert und treibt sie zurück in die Natur. Als sie sich der Grenze zu Mexiko nähert und diese überquert, trifft sie geflüchtete Menschen, die entlang des Flusses in Lagern leben. Spontan entschließt sie sich zu einer persönlichen Hilfsaktion, um dem Elend nicht tatenlos zuzusehen.

Ana Zirner setzt sich für nachhaltiges Unterwegssein in der Natur und auf Reisen ein und praktiziert es, soweit es möglich ist, selbst. Sie beobachtet gesellschaftliche und politische Ereignisse und menschliche Schicksale. Ihre Begegnungen und Gefühle dazu schildert sie offen und lebendig.

Tanja Schleyerbach

 

Bewegend, leidenschaftlich und wegweisend

Buch-Cover: HaifischzähneWoltz, Anna: Haifischzähne. – Hamburg: Carlsen, 2020. – 89 Seiten

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Die elfjährige Atlanta ist wild entschlossen an einem Tag und in einer Nacht mit dem Fahrrad das niederländische Ijsselmeer zu umrunden. Sie hält es zu Hause nicht mehr aus, auf das Untersuchungsergebnis der Krebserkrankung ihrer Mutter zu warten. Auf ihrem Weg trifft sie auf den gleichaltrigen Finley, der auch von zu Hause wegen seiner Mutter wegläuft – jedoch aus anderen Gründen. Ausgerüstet mit Käsebroten, Wasserflaschen und glückbringenden Haifischzähnen fahren sie den Weg gemeinsam mit dem Fahrrad. Dabei erkennen sie, dass nicht nur der Weg sehr anstrengend ist, sondern das man Schwierigkeiten auch anders betrachten und begegnen kann.

Ein außergewöhnliches und feinsinniges Kinderbuch ab 10 Jahren, in dem die Autorin gekonnt die Gefühlswelt der beiden Kinder widerspiegeln lässt und das trotz ernstem Hintergrund das Thema Freundschaft und Familie lebensfroh darstellt.

Zu recht nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2021.

Simone Langer

 

Bibliothek der flüsternden Schatten

Buch-Cover: BücherstadtEl-Bahay, Akram: Bücherstadt. – Köln: Bastei Lübbe, 2017. – 382 Seiten

Titel verfügbar?       Reading Challenge - RTRC21 unsere Empfehlung

Samir will sein altes Leben hinter sich lassen und wird ein Wächter in der großen Bibliothek des Weißen Königs, der Bücherstadt Paramythia. Als Sohn eines mächtigen Diebes, hat er von seinem Vater jedoch einige Weisheiten mit auf den Weg genommen, die ihm auch jetzt noch hilfreich sind. Denn alles entwickelt sich anders als gedacht. Er lernt die bezaubernde Kani kennen, die – obwohl Tochter eines Gelehrten –  als Dienerin im Palast arbeitet, und Wesen, die er aus Märchen kennt, scheinen plötzlich real zu werden…

Spannender erster Teil einer Trilogie, der mit Nushishans, Wüstenhexen, Asfuras und dem ganzen Setting eine willkommene Abwechslung zur „Mittelalter-Standard-Fantasy“ darstellt.

Andrea Bässgen

 

Sherlock Holmes in Einfacher Sprache

Buch-Cover: Sherlock Holmes. Das gesprenkelte BandDoyle, Arther Conan: Sherlock Holmes. Das gesprenkelte Band. – Münster: Spaß am Lesen Verlag, 2016. – 63 Seiten

Titel verfügbar?       Reading Challenge - RTRC21 schwarz-weißes Cover / RTRC21 unsere Empfehlung

Sherlock Holmes ist auf der ganzen Welt berühmt. Er löst Fälle, manchmal auch Morde. Sein Freund Doktor Watson hilft ihm dabei.
In diesem Buch „Das gesprenkelte Band“ stirbt Julia auf mysteriöse Weise. In ihren letzten Worten sagt sie, dass ein gesprenkeltes Band sie umgebracht habe. Ihre Schwester Helen hat nun Angst, dass ihr das Gleiche passieren könne. Werden Sherlock Holmes und Doktor Watson den Fall lösen und Helen retten?

Eine Bearbeitung des Klassikers in Einfacher Sprache. Perfekt für Deutschlernende und alle, die Leicht zu lesende Bücher mögen.

In der Stadtbibliothek gibt es viele Bücher in Einfacher Sprache, auch für Kinder.

Clara Schilling

 

Aufschlag, Satz, Sieg

Buch-Cover: Zwischen Ruhm und Ehre liegt die NachtPetkovic, Andrea: Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht: Erzählungen. – Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2020. – 264 Seiten

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Andrea Petković hat es unter die zehn besten Tennisspielerinnen der Welt geschafft. Und sie hat Talent zum Schreiben. In ihrem literarischen Debut schlägt sie die Brücke zwischen Sport und Literatur und begeistert mit Geschichten rund um ihr Leben. Sie nimmt Leser/innen mit in die Welt des Hochleistungssports, der nicht immer aufregend und spannend ist. Sondern oft geprägt wird von Verletzungen, Einsamkeit, Überanstrengung und Selbstzweifeln. Mit Humor und Emotion erzählt sie Geschichten aus ihrer Kindheit in Darmstadt, als das Flüchtlingskind aus dem ehemaligen Jugoslawien den Tennisplatz für sich entdeckt, von Freundschaften und Rivalitäten, als sie zu den weltbesten Tennisspielerinnen aufsteigt und über ihre Hoffnungen und Träume.

Geschichten voller kluger Beobachtungsgabe und Lebensweisheit für alle, die hinter die glänzenden Fassaden des Hochleistungssports schauen möchten.

Andrea Däuwel-Bernd

 

Spannung bis zur letzten Seite!

Buch-Cover: SommernachtFoley, Lucy: Sommernacht. – München: Penguin Verlag, 2021. – 445 Seiten

Titel verfügbar?       Reading Challenge - RTRC21 unsere Empfehlung

Nach ihrem Roman „Neuschnee“, der mich auch schon nachhaltig beeindruckt hat, fesselte mich dieses Buch umso mehr.
An einem Sommertag versammeln sich Familie und alte Freunde auf einer abgelegenen Insel vor der Küste Irlands, um die Hochzeit von Julia und Will zu feiern. Das Fest ist in vollem Gange, alles scheint perfekt – doch der Wind dreht, und ein heftiger Sturm schneidet die Insel von der Außenwelt ab.
Feindseligkeiten kommen auf, spitze Bemerkungen und bissige Kommentare werden ausgesprochen. Dann durchdringt ein Schrei die Hochzeitsnacht - einer der Feiernden wird tot draußen im Moor gefunden. Und die Situation auf der Insel eskaliert.
Abwechselnd wird aus den Perspektiven verschiedener Protagonisten erzählt und trotz völlig unerwarteter Wendungen, beginnt man langsam die Stränge zusammenzuführen.
Doch dann kommt das Ende - und überrascht extrem!

Katrin Grießinger

 

Ein unvorstellbarer Wohnort

DVD-Cover: Yulas Welt. 14 Jahre auf der größten Müllhalde Europas. Der Kampf einer jungen Frau für ihre Zukunft.Yulas Welt. 14 Jahre auf der größten Müllhalde Europas. Der Kampf einer jungen Frau für ihre Zukunft. – Regie: Hanna Polak. – absolut Medien GmbH, 2017. – 1 DVD. – 89 Minuten

Titel verfügbar?

Der Schauplatz und Yulas Wohnort ist Svalka, 17 Stockwerke hoch und die größte Mülldeponie Europas, 20 km vor den Toren Moskaus. Yula ist 8 Jahre jung, als die Regisseurin beginnt, sie 14 Jahre lang zu begleiten. Sie lebt mit ihrer alkoholkranken Mutter und Freunden auf der Mülldeponie und hat ihren Vater an Tuberkulose verloren. In Svalka herrschen mafiöse Zustände, und Gewalt ist an der Tagesordnung. Menschen verbrennen oder werden überfahren.
Der Zuschauer bekommt den Eindruck, dass die Menschen auf der Deponie einerseits ein trost- und perspektivloses Leben führen, andererseits wirken sie nicht einsam. Es gibt einen Zusammenhalt, der aus der gemeinsame Erfahrung des Elends resultiert. Matratzen und Decken, Schmink­utensilien, Schmuck, Kleider, Essen, Windeln, alles sammeln sich die Bewohner aus dem Müll anderer Menschen zusammen. Kaum eine Einstellung kommt ohne die obligatorischen Zigaretten und starken alkoholischen Getränke aus.
Yula ist ein wundervolles Mädchen, und sie möchte ein normales Leben außerhalb der Deponie führen. Doch zunächst rutscht sie als Jugendliche in die Abhängigkeit von Zigaretten und Alkohol. Mit 14 ist sie schwanger, und ihre Mutter ist wütend auf sie. Der Vater will nichts von seinem Kind wissen. Sie träumt davon, eine eigene Wohnung zu bekommen oder zu ihrem Großvater zu ziehen. Doch der vertreibt sie aus seinem Haus und droht ihr Schläge an. Einsam und traurig bringt sie in einer Klinik ihr Mädchen zur Welt. Sie lässt es dort zurück, und es wird weitervermittelt. Das neugeborene Baby schreit, als Yula die Klinik verlässt. Es ist eine Szene, die einem fast das Herz bricht. Aber sie will ihrem Kind nicht dieselbe Kindheit zumuten wie sich, der sie selbst gerade entwachsen ist. Sie sieht älter aus als andere Gleichaltrige in behüteten Lebens­verhältnissen, und sie ist eine reife Persönlichkeit. Der Alkohol­missbrauch ist ihr anzusehen. Die Sätze, die fallen, sind oft kurz, aber umso eindringlicher. Sie sind immer wieder auch von Humor geprägt, und die Menschen können in aller Trostlosigkeit immer noch gemeinsam lachen und spielen.
Doch Yula ist stark. Sie will ausbrechen und kommt vom Alkohol weg. Sie besorgt für sich und ihre Mutter eine Wohnung. Anfang 20 wird sie erneut schwanger und behält das Kind. Sie träumt von einer Zeitreise, in der sie für ihr erstes Mädchen eine gute Mutter sein kann.
In einer der letzten Einstellungen schaut Yula mit dem Vater ihres Kindes Fotos von früher an. Die meisten Bewohner der Deponie sind inzwischen gestorben. Man hat keine gute Lebensperspektive in Svalka.

Hanna Polaks überragende Langzeit­dokumentation erschüttert und macht traurig. Aber sie macht auch Mut, seine Hoffnungen und Träume niemals und unter keinen noch so widrigen Umständen aufzugeben. Yulas Welt relativiert das eigene Leben. Der Film ist wichtig und berührend und eignet sich für Schulen und alle Jugendliche und Erwachsenen. Unbedingt ansehen!

Tanja Schleyerbach