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Empfehlungen Januar 2022

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter empfehlen

Buch-Cover: 2001 Buchcover: Animal Buch-Cover: Die Maschinen Buchcover: Penetre & ich Buch-Cover: Tief wirst du schlafen filmfriend Kollektion Cuisine


 

Aufwachsen ohne Zukunftsperspektive

Buch: 2001Lehner, Angela: 2001. Roman. – Berlin: Hanser, 2021. – 382 Seiten

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Julia lebt in einem Tal in Österreich. Schroffe Berge, Touristen, Alkohol und Drogen bestimmen den Alltag. In ihrer Freizeit hängt sie mit Freunden ab und hört Hip-Hop. Kein Bock auf Schule und Lernen, in der Hauptschule gehört ihre Klasse zum sogenannten „Restmüll“. Als ihr Geschichtslehrer ein politisches Experiment beginnt, kommen Julia und ihre Mitschüler/innen ins kritische Denken und Handeln.

Angela Lehner hat den Sound der 80er Jahre in der österreichischen Provinz gelungen eingefangen. Konsequent aus der Ich-Perspektive ihrer Protagonistin Julia erzählt sie von jugendlicher Perspektivlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, prekären Verhältnissen, der Abwesenheit von Eltern und dem Halt, den die Clique den Jugendlichen bietet. Richtig spannend wird es, als Julia Entscheidungen für ihr Leben nicht mehr aufschieben kann. Im Frühjahr 2020 war die junge Autorin Stipendiatin im Stuttgarter Schriftstellerhaus. Aus ihrem damaligen Schreibprojekt ist ein stimmiger Roman geworden.

Andrea Däuwel-Bernd

 

»Nennt uns nicht verrückt, wenn wir wütend sind.« Lisa Taddeo

Buch: AnimalTaddeo, Lisa: Animal. – München : Piper, 2021. – 411 Seiten

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Viel zu lange hat Joan die Grausamkeiten von Männern in ihrem Umfeld ertragen. Den Einen liebt sie, aber er bleibt kalt. Und der, der sie liebt, gibt sich eines Tages vor ihren Augen die Kugel. Joan flieht aus New York und sucht nach der Frau, die ihr helfen kann, ihre Vergangenheit zu überwinden. Während Alice ihr zuhört, muss Joan einsehen, dass sie selbst sich vor den Männern ihres Lebens erniedrigt hat.
Jetzt ist die Zeit gekommen – sie will aus der Opferrolle aussteigen. Koste es, was es wolle.

Schon Lisa Taddeo´s erstes Buch „Three Women“, das weltweit für Furore sorgte, hatte ich bereits gelesen und daher war klar, auch ihr aktuelles Buch muss mit! Kurze Information am Rande: Derzeit schreibt die Autorin an einer Serienadaption Ihres ersten Buches „Three Women“.
Mir gefällt die Ausarbeitung der Protagonistin extrem gut – provokant und doch verletzlich und dabei so realistisch. Taddeo beschreibt mit schneidendem Ton, der einem eine Menge Vergnügen bereitet, die ungeschönte Wahrheit weiblichen Begehrens und (voll berechtigter) weiblicher Wut.
Ein intensives und berauschendes Meisterwerk. Unbedingt lesen!

Katrin Grießinger

 

Science-Fiction von Frauen

Buch: Die MaschinenLeckie, Ann: Maschinen. Ein Roman aus der fernen Zukunft. – München: Heyne Verlag, 2015. – 541 Seiten

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Die Amerikanerin Ann Leckie ist eine ganz bemerkenswerte Autorin in der Science-Fiction-Literatur. Mit ihrem Debütroman „Maschinen“ (Ancilliary Justice) heimste sie gleich mehrere Literatur-Preise ein. Ann Leckie erschafft eine spekulative Welt, die in ferner Zukunft an das Römische Reich erinnert. Die Geschichte kreist zunächst um Themen wie Imperialismus und Kolonialismus. Und zwei ganz besondere Herausforderungen gibt uns die Autorin beim Lesen mit: Zum einen ist die Protagonistin nicht nur eine Künstliche Intelligenz, sondern eine KI mit einem Schwarmbewusstsein, die aufgeteilt auf tausende Körper und Raumschiffe agiert. Breq, diese Hauptperson, ist eine Maschine und imitiert menschliche Verhaltensmuster, sie agiert und denkt aber oft nicht menschlich. Zudem hat Leckie mit Erfolg versucht, sich in eine zukünftige Gesellschaft hineinzudenken, in der vieles anders ist als heute. Dazu gehört, dass diese Zukunft generell kein Geschlecht mehr „sieht“ und Breq deshalb andere Lebewesen als weiblich wahrnimmt. Wie diese sprachliche Herausforderung im Roman funktioniert, das lohnt sich zu lesen und ist zudem eine richtig spannende Space-Opera – mit zwei Fortsetzungsbänden.

Andrea Däuwel-Bernd

 

Japanische Katerweisheiten – Philosophisches leicht verständlich für alle

Buch: Penetre & ichNagai, Hitoshi: Penetre & ich. Philosophie für ein glückliches Leben. – Berlin Verlag, 2021. – 172 Seiten

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Hitoshi Nagai, Jahrgang 1951, ist ein bekannter japanischer Philosoph, der nach eigenem Bekunden bereits im zarten Alter von 5 Jahren die Frage nach dem <Ich> und dem Bewusstsein in sich trug. Es dauerte eine geraume Zeit, bis er sich damit seinem Mathematiklehrer anvertraute und von diesem ernst genommen wurde. Später studierte er Philosophie und hatte an mehreren japanischen Universitäten Professuren inne. Es gibt in Japan zahlreiche Veröffentlichungen von ihm. Penetre & ich ist die erste in deutscher Übersetzung von Abt Muho, einem Berliner (Olaf Nölke), der nach Japan in ein Kloster auswanderte, Zenmönch wurde und schließlich einem Kloster 18 Jahre lang vorstand.

Nagai baut sein Buch in Dialogform zwischen dem Kater Penetre und einem namenlosen Achtklässler auf. Dabei denkt Penetre über menschliche Fragen nach und gibt dem Achtklässler bisweilen rätselhafte und ungewöhnliche Antworten. Es kommen ganz verschiedene Themen und Aussagen zur Sprache: dass man nicht zur Schule gehen muss, die Erde nicht rund ist, ein Wal ein Fisch ist, warum der Mensch lebt, wie man damit umgeht, wenn man keinen Spaß an einer Tätigkeit hat und wer bestimmt, was gut und was schlecht im Leben ist. Die Philosophien Nietzsches, Baruch de Spinozas, Kants, Hobbes' und Wittgensteins werden spielerisch mit Nagais eigenen Gedanken verknüpft. Mit zahlreichen recht kindlichen, von rechts nach links zu lesenden Zeichnungen werden die Themen optisch anschaulich gemacht.

Erst auf den zweiten Blick ist dieses Buch auch sehr gut für Erwachsene geeignet. Abt Muho hat zu einigen der Kapitel persönliche Fragen und Anmerkungen geschrieben, die im Anhang zu finden sind. Ideal ist es, diese unmittelbar im Anschluss an das jeweilige Kapitel zu lesen.

Ein Interview, das Saori Tanaka mit dem Philosophen geführt hat, ist am Ende des Buches abgedruckt und gibt Aufschluss über die japanische Art zu denken und zu leben und welchen Stellenwert die Philosophie im Alltag hat. Auch die Verbindung von Philosophie und Meditation kommt darin zur Sprache.

Insgesamt ein leicht zu lesendes Buch, das die eine und andere Frage beim Lesenden aufwirft und zum Weiterdenken anregt. Im besten Sinne ein philosophisches Buch!

Tanja Schleyerbach

 

Die Grenze zwischen Wahn und Wirklichkeit ist schmaler, als du denkst…

Buch: Tief wirst du schlafenKraus, Christian: Tief wirst du schlafen. – München : Droemer, 2021. – 426 Seiten

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In den sozialen Medien kursiert angeblich ein Hypnosevideo, das normale Menschen zu Mördern werden lässt. Und tatsächlich soll eine junge Frau, die das Video gesehen hat, direkt danach völlig grundlos ihren Freund ermordet haben – und das mit ihrem Handmixer.
Der renommierte forensische Psychiater und Gerichtsgutachter Christoph Kerber hält das Video für blanken Unsinn – bis er während einer Gerichtsverhandlung ohne erkennbaren Grund mit einem Bleistift attackiert wird.

Der Thriller besticht durch überraschende Wendungen und psychologische Effekte. Erst am Schluss – nach einer perfekten Mischung aus Spannung, Psycho und Thrill - werden alle Puzzleteile zusammengefügt und man bleibt erstaunt zurück.
Der Autor greift das Thema Hypnose auf und gibt einige Einblicke. Auch hier setzt Christian Kraus sein Fachwissen als Psychiater ein und das merkt man dem Buch deutlich an!

Katrin Grießinger

 

Es ist angerichtet!

filmfriend.de - Kolletion CuisineKollektion "Cuisine" bei filmfriend.de: 24 Spielfilme rund um die Kochkunst.

Zum Streamen bei filmfriend.de

 „Jeder kann kochen!“ An dieses Motto von Auguste, dem Sterne-Koch aus dem Animationsfilm „Ratatouille“, erinnern sich die meisten, die den Film gesehen haben. Mit diesen Worten inspiriert er die Ratte Remy zu einem der besten Köche Frankreichs zu werden. Kino und Essen, das gehört einfach zusammen. Und das nicht, weil im Kinosaal Popcorn und Chips verzehrt werden, sondern weil in vielen Kinofilmen groß aufgetischt wird. Ob in „Ratatouille“ oder in „Der diskrete Charme der Bourgeoisie“, „Babettes Fest“, „Bella Martha“, „Das große Fressen“, „Chocolat“, „Birnenkuchen mit Lavendel“ oder „Soul Kitchen“: Kochen und Essen gehört einfach zum Leben und zum Geschichtenerzählen, auch im Kino. Das Zubereiten einer Mahlzeit, das gemeinsame Essen, das ist Lebensnotwendigkeit und Lebenskunst. Eine ganze Kollektion von Spielfilmen widmet sich in unserem Streaming-Portal Filmfriend dem Kochen und Essen, denn viele dort abrufbaren Filme haben mit Kulinarik zu tun, mit Essen, Genuss, Kochkunst und Restaurants.

Hier ist das Filmfriend-Menü „Cuisine“. Guten Appetit!

Andrea Däuwel-Bernd