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Empfehlungen September 2019

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter empfehlen

 

 

Lesen wie der Blitz: Zeit sparen durch schnelles Lesen

Buzan, Tony: Speed Reading. Schneller lesen – mehr verstehen – besser behalten. – München: mvg-Verlag 2018. – 300 Seiten

Titel verfügar?

Stapeln sich die Berge ungelesener Bücher und Zeitschriften bei Ihnen? Schnell-Lesetechniken könnten diesem Zustand abhelfen. Dabei wird die Lesegeschwindigkeit nach und nach erhöht und das Textverständnis verbessert.
Eine dieser Methoden ist das Speed-Reading  von Tony Buzan. Der Erfinder der Mind-Map-Technik erklärt einfach und ausführlich  das Vorgehen. Hilfreiche Übungen bringen rasch Fortschritte. Eine Verdoppelung der Lesegeschwindigkeit ist so denkbar. Trotzdem gehen die Inhalte nicht verloren und prägen sich gut ein. Die Schnell-Lesetechnik lässt sich im Beruf und auch zuhause anwenden.

Maria Weber 

 

Schauen Sie mal Youtube!
Goethe, Schiller und Shakespeare per Playmobil

Sommer, Michael: Gehst du Goethe! Speed-Dating mit deutschen Klassikern: Sommers Weltliteratur to go. – Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 2018. – 155 Seiten

Titel verfügar?

Bei vielen Leuten lösen die Namen Goethe, Lessing und Schiller Schweißausbrüche und Fluchtreflexe aus, schließlich hat man sie im Deutschunterricht unter meist misslichen Umständen kennen gelernt. „Gehst du Goethe!“ ist ein erneutes Speed-Dating mit deutschen Klassikern, das den Herren und Damen Faust, Woyzeck, Effi Briest, Emilia Galotti und vielen anderen eine echte Chance gibt, im Ranking nach oben zu kommen. Und das alles mit einem einfachen, aber genialen Trick: Michael Sommer stellt mit Playmobil-Figuren und lässiger Sprache die Klassiker der Weltliteratur nach. Das Playmobil-Theater des Theaterdramaturgen ist auf Youtube der Hit (http://sommers-weltliteratur.de/).
Unbedingt mal hineinschauen!
Jetzt ist daraus auch ein Buch entstanden. Knackige Kurzversionen der bekanntesten deutschen Dramen auf den Punkt gebracht!

Andrea Däuwel-Bernd

 

Besser als James-Bond – eine Agentenschule

Bukin, Denis: Spy School: Sind Sie clever genug, ein KGB-Agent zu sein? Das Gedächtnistraining der Profis. – München: Goldmann 2018. – 272 Seiten

Titel verfügar?

Machen Sie James-Bond Konkurrenz! Mit dem Bestseller aus Russland „Spy school“ durchlaufen Sie das Training eines KGB-Agenten. Mit Hilfe anspruchsvoller Aufgaben und Tests wird das Erinnerungsvermögen verbessert und die Leistung Ihres Gehirns gefördert. Ob verdeckter Ermittler, freier Geheimdienstmitarbeiter oder Doppelagent – für jeden ist etwas dabei. Eine unterhaltsame Gedächtnisschule für Laien und Profis.

  Maria Weber 

 

Wild, bunt und superkräftig!

Das große Superhelden-Lexikon. – München: Dorling Kindersley Verlag, 2019. – 215 Seiten

Titel verfügar?

Hier versammeln sich Superhelden, Schurken, Außerirdische und Cyborgs. Willkommen in der Welt der DC Comics! Das DC‍-‍Universum ist das fiktive Universum, das alle in den Serien des US-amerikanischen Comic-Verlages DC Comics auftauchenden Charaktere, Orte, Städte, Planeten, Organisationen, Unternehmen, Technologien etc. beinhaltet. Da kann man schnell mal den Überblick verlieren über Sonarschreie, elektrische Kräfte, Kältepistolen und Tantu-Totems.
Hilfe im Superhelden-Dschungel bietet dieses Nachschlagewerk. Es beschreibt mehr als 200 Helden und Bösewichte: Von A wie Aquaman bis Z wie Zoom. Aber auch alle Lieblingsfiguren wie Superman, Batman, Wonder Woman oder Flash und ganze Teams, wie die Justice League lassen ihre Muskeln spielen. Alle Figuren werden anhand einer kurzen Einführung, Steckbrief und Superkräfte vorgestellt und laden zum Erforschen der Comicwelt ein. Da steckt Fantasie drin!

Andrea Däuwel-Bernd

 

Heikle Verhältnisse und ein großes Familiengeheimnis

Haratischwili,Nino: Mein sanfter Zwilling. – Frankfurt: Frankfurter Verlagsanstalt, 2011. – 378 Seiten

Titel verfügar?

Stella und Ivo sind Wahlverwandte. Sie lernen sich kennen, als Stellas Vater und Ivos Mutter eine heimliche Liebesbeziehung beginnen. Ivos Vater entdeckt die Affäre und tötet Ivos Mutter. Daraufhin wird Ivo von Stellas Familie adoptiert und wächst daher mit Stella auf. Allein sie schafft es, Ivo aus seiner Sprachlosigkeit herauszuholen und so beginnt eine symbiotische Beziehung zwischen beiden. Als junge Erwachsene hat Stella dann eine Liebesbeziehung mit Ivo, die sehr zerstörerisch ist. Sie können nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander sein. Doch zunächst gehen beide eigene Wege. Stella ist Mitte dreißig, glücklich verheiratet, hat einen Sohn und arbeitet bei einer Zeitung. Als Ivo nach Jahren aus dem Ausland zurückkehrt, stellt er Stellas Leben auf den Kopf. Sie beginnt wieder eine leidenschaftliche Beziehung mit Ivo und befindet sich im moralischen Konflikt, da sie ihre Familie nicht verlassen möchte. Ivo überredet Stella zu einer Reise nach Georgien, damit beide ihre Vergangenheit aufarbeiten können.
Es gibt mehrere Erzählebenen in diesem Roman, ein großes Familiengeheimnis, das erst in den letzten Seiten des Buches gelüftet wird und andererseits Stellas komplizierte Familienverhältnisse. Stella ist Scheidungskind, die Mutter ist ohne ihre Kinder in die USA geflohen, der Vater ist Alkoholiker und hat wechselnde Affären. Nach und nach wird die ganze tragische Familiengeschichte, die von Schuld, Zerstörung und Enttäuschung handelt, aufgedeckt. Es ist eine bewegende und aufwühlende Handlung, die wie ein Sog das nahende Unglück anzeigt. Streckenweise ist das Buch erschöpfend, aber andererseits unheimlich spannend. Nino Haratischwili hat eine unglaublich ausdrucksstarke Sprache. Sie wurde 1983 in Tiflis, Georgien, geboren und kann daher auch im zweiten Teil des Buches dieses Land und seine Probleme so wunderbar beschreiben. Sprache und Handlung sind in diesem Buch extrem gut gelungen. Anstrengend, faszinierend und atemlos zugleich ist diese Geschichte. Auf alle Fälle lesenswert!

Beate Reichmann

 

Neue CDs mit großen Stimmen

Philip Bailey: Love will find a way. New York: Verve 2019.

Titel verfügar?

 

 

Claire Martin: Believin´ it. Waterford: LINN 2019.

Titel verfügar?

 

 

Willie Nelson: Ride me back home. New York: Legacy Recordings 2019.

Titel verfügar?

 

 

Drei neue CDs mit großartigen Stimmen, die gegensätzlicher kaum sein könnten, sind auf den Markt gekommen. Jede Stimme hat ihr eigenes Timbre und besitzt Unverwechselbarkeit. Besonders markant ist die Falsett-Stimme von Philip Bailey, der seit 1972 eines der führenden Mitglieder der Gruppe „Earth, Wind & Fire“ ist. Seine neue CD beweist: Bailey ist und bleibt einer der wichtigsten Vertreter des Rhythm & Blues und Soul.
Die britische Jazzsängerin Claire Martin gilt als unangefochtene Nummer eins im britischen Königreich: Ihre Stimme ist voller Klarheit und Kraft, dabei klingt in ihr viel Raues und Sinnliches mit. Auf ihrer zwanzigsten CD wird sie von drei exzellenten schwedischen Jazzmusiker begleitet.
Und auch Willie Nelson hat eine neue CD herausgebracht. Der 86-Jährige verkörpert die Stimme des amerikanischen Folk und Country schlechthin. Das Alter hört man dieser Stimme nicht an: Voller Vitalität und Jugendlichkeit nimmt sie einen sofort gefangen. Nelsons CD bildet den Abschluss einer Trilogie über die Sterblichkeit – aber in dieser lebensbejahenden Interpretation scheint der Tod nicht die Oberhand zu gewinnen.
Hier sind die Titel dieser drei hervorragenden CDs – das ist wahrer Hörgenuss!

Axel Blase

 

Großes Gefühlskino

Mein linker Fuß. – Regie: Jim Sheridan. – 1 DVD. 2010. – 99 Min.

Titel verfügar?

Christy Brown (Daniel Day-Louis), zehntes Kind einer irischen Arbeiterfamilie in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, kann sich im Alter von vier Jahren aufgrund einer zerebralen Kinderlähmung nicht mehr bewegen – bis auf seinen linken Fuß. Sein arbeitsloser Vater hält ihn für geistig behindert. Seine Mutter, die ihn niemals aufgibt, ist zu Tränen gerührt, als es ihm mit seinem linken Fuß gelingt, nach einem Stück Kreide zu greifen und das Wort MOTHER zu schreiben. Sie spart – obwohl die Familie arm ist und hungert – heimlich auf einen Rollstuhl für ihr Kind. Durch Therapien lernt Christy sprechen und wird ein angesehener Künstler, der seine Bilder mit dem linken Fuß malt. Nach einem Suizidversuch Christys, zu dem ihn eine unglückliche Liebe getrieben hatte, baut ihm seine Familie ein eigenes Atelier, das ihm wieder neuen Lebensmut verleiht. Schließlich heiratet er eine Krankenschwester und wird ein berühmter Autor. Fast dokumentarisch genau wird Christy Browns gleichnamiger autobiografischer Roman aus dem Jahr 1954 mit einem die psychischen und physischen Leiden anrührend spielenden Hauptdarsteller genial umgesetzt und lässt den mit zahlreichen Preisen überhäuften Klassiker zu großem Gefühlskino werden.

Tanja Schleyerbach

 

Empfehlungen August/September 2018

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter empfehlen

 

Die Lücke im Leben

Schlink, Bernhard: Olga. Roman. – Diogenes, 2018. – 24 Seiten

Titel verfügbar?

Das 1883 in Breslau geborene Waisenkind Olga verbringt seine Jugendzeit in einem pommerschen Dorf und verliebt sich in Herbert, den Sohn des Gutsherrn. Eine ewige Liebe, aber eine, die nicht sein darf. Olga wird Lehrerin, und Herbert ist ständig unterwegs, macht Expeditionen in die Arktis, bereist Afrika, Amerika und Russland, hat andere Frauen. Mit der Expedition in die Arktis, die er für Deutschland erobern möchte, hat er sich übernommen. Größenwahn hat ihn wie das deutsche Volk übermannt, und auch er scheitert daran, ist verschollen, seine Rettung missglückt. Olga läuft fortan mit einer Lücke und ewigen Sehnsucht durchs Leben und fragt sich, warum die Deutschen zu groß denken. Sie zieht ein Pflegekind groß und muss miterleben, wie dieses der SS und der NSDAP beitritt.
Verschiedene Perspektiven lassen den Leser an Olgas Leben teilhaben. Ihre eigene, die eines Kindes über die taube Näherin in seiner Familie und über unzählige Briefe, die Olga Herbert in die Ferne und ohne Gewissheit ihrer Ankunft geschrieben hat. Immer wieder überraschen Wendungen in dem auf Langsamkeit bedachten Buch über eine Frau, die nicht lassen wird von einer ewigen Liebe, die von außen betrachtet sinnlos erscheinen mag.

Tanja Schleyerbach

 

Literarischer Reiseführer

Hampp, Bernhard: Schwaben erlesen! Württemberg für Literaturfreunde und Bibliophile. – Meßkirch: Gmeiner, 2017. –187 Seiten

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Lieben Sie Poesie, Humor und Fantasie zwischen Buchdeckeln? Dann können Sie hier im Schwabenland spannende bibliophile Entdeckungen machen. Bernhard Hampp hat einen Reiseführer geschrieben speziell zu den literarischen Stätten im Ländle. Von der Stadtbibliothek Stuttgart, dem angesagtesten Büchertempel in Deutschland, geht es weiter zum Literaturhaus in Stuttgart, aber auch zu Frauenbuchläden, Antiquariatsmessen, Klosterbibliotheken und Büchermärkten. An vielen Orten in Württemberg kann man Philosophen, Buchpionieren und Lesetrends nachspüren. Gewitzte Buchfälscher, hochstapelnde Bibliothekare, verliebte Minnesänger und historische Bestsellerautorinnen gab es in Schwaben über die Jahrhunderte hinweg. Ein schön bebildertes Buch, das Lust auf literarische Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung macht.

Andrea Däuwel-Bernd

 

Mit einem Papagei den Gangstern auf der Spur

Swann, Leonie: Gray. – München: Goldmann, 2017. – 413 Seiten

Titel verfügbar?

„Nimm nen Keks“ sagt Gray, der Graupapagei, wenn der sympathisch neurotische Dozent Dr. Augustus Huff mit seinen Theorien zum Tod seines Studenten Elliot nicht weiterkommt. Der Student stürzte beim nächtlichen Fassadenklettern von der King`s Chapel in Cambridge. Augustus glaubt nicht an einen Unfall und auch sein neuer Begleiter, der vorlaute Papagei Gray stellt kritische Fragen. Zusammen gehen Sie der Sache auf den Grund.
Ein Leckerbissen für Freunde witziger, spannender Whodunits. Besonders amüsant ist das Gespräch Grays mit einem Wissenschaftler beim Dinner.
Eine extra Ausstattung des Buches: ein lustiges Daumenkino.

Maria Weber

 

Flucht in die Freiheit

Meine glückliche Familie. –  Regie: Nana & Simon. –  1 DVD, 2017. –  119 Min.

Titel verfügbar?

Manana geht. Einfach so. Ohne Grund. Eine georgische Frau im Jahr 2016 packt an ihrem 52. Geburtstag den Koffer, entzieht sich der unerträglichen Enge der Großfamilie, um ein eigenständiges Leben in der Stadt zu führen, lässt Eltern, Mann und Kinder zurück. Undenkbar. Unerhört. Unverschämt. Sie zieht in eine erbärmliche Wohnung, für deren Anmietung man schon sehr verzweifelt sein muss. Die Großfamilie setzt alle Hebel in Bewegung, um die wahren Gründe zu erfahren, um Manana wieder zur Vernunft zu bringen, um einfach nur das Beste für sie zu tun, sie wieder in das warme, gemachte Familiennest zurückzuholen. Vergeblich. Was Enge, Kontrolle und auch Gewalt anrichten, wozu sie Menschen treiben können, ist hier hautnah zu beobachten.
Mananas Mann Soso wirkt zurückhaltend und freundlich. Aber die Freiheit, die Manana in ihrem eigenen engen und schäbigen Reich atmet, auf den winzigen Balkon vor einem Baum mit einem Glas Wein und einem Buch sitzend, sie ist mehr wert als aller Schutz, alle Nähe und alle Sicherheit der Großfamilie, deren Beengtheit und Kontrolle ihr unerträglich geworden ist. Und offenbar auch mehr als ihr die eigenen, inzwischen groß gewordenen Kinder geben können.
Eine eindrückliche rebellische Emanzipationsgeschichte aus dem heutigen Georgien in einer georgisch-französischen Co-Produktion.

 

Das Löwenmädchen. – Regie: Vibeke Isdoe. – 1 DVD, 2017. – 113 Min.

Titel verfügbar?

1912 kommt die kleine Eva in einem kleinen norwegischen Dorf zur Welt. Ihr Körper ist über und über mit feinen, blonden Härchen bedeckt, ein Gendefekt, der Hypertrichosis lanuginosa heißt. Die Mutter stirbt bei ihrer Geburt, und ihr Vater, der Stationsvorsteher Arctander, der sie am liebsten abschieben möchte und keines Blickes würdigt, versteckt sie und verbietet ihr Ausgang und Schulbesuch. Er will nicht mit ihr in Verbindung gebracht werden. Wenn sie seine Verbote missachtet, wird sie in eine dunkle Kammer gesperrt. Die Züge der Station sind zunächst Evas einziges Tor zur Außenwelt. Aber sie bekommt ein wunderbares Kindermädchen, mit dem sich eine große und lebenslange Freundschaft entwickelt. Es setzt sich, wo immer möglich, für die kleine Eva ein und kämpft für ihre Freiheit und Bildung. Eva sucht Freundschaft und Liebe, sie lernt das Morsealphabet und entdeckt ihre Hochbegabung. Sie bricht aus und tingelt als Bühnenattraktion mit anderen besonderen Menschen durch die Welt. Sie verkauft sich und erfährt immer wieder Gewalt. Das gesparte Geld ermöglicht ihr das erhoffte Studium. Beharrlich und allen Ausgrenzungen und Widerständen zum Trotz (oder vielleicht auch deswegen), wird sie eine erfolgreiche Forscherin und Dozentin.
„Das Löwenmädchen“ ist ein zutiefst Mut machender Film, seinen eigenen Weg zu gehen und das Beste aus dem gegebenen Leben zu machen. Nach Erik Fosnes Hansens Bestseller ist Vibeke Isdoe eine sehr beeindruckende Literaturverfilmung mit einer außergewöhnlichen Maske und hervorragenden Schauspielern gelungen, die noch lange nachwirkt.

Tanja Schleyerbach

 

Ein Comic für Erwachsene und Kinder

Renner, Benjamin: Der Große Böse Fuchs. – Berlin: avant-Verlag, 2017. – 183 Seiten

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Der Große Böse Fuchs ist eher ein kleiner, ängstlicher Fuchs. Gerne hätte er einen Happen Huhn, aber die Hühner auf dem Bauernhof haben nicht einmal Angst vor ihm. Er geht ihnen nur auf die Nerven,  der Hofhund nimmt ihn nicht ernst, und seine Beutezüge bringen ihm nichts ein. Doch sein Nachbar, der Wolf, hat eine Idee: Warum nicht ein paar Eier klauen, warten, bis die Küken schlüpfen und sich so das leckere Hühnerfleisch selbst züchten? Eierklau geht klar, ausbrüten auch, aber dann gehen die Probleme erst richtig los…
Ein Comic für Erwachsene und Kinder über die Tücken der Kindererziehung voller Witz und Slapstick-Humor, liebevoll gezeichnet von einem französischen Comiczeichner.

Andrea Däuwel-Bernd

 

Von Wohlstandsverwahrlosung und anständigen Kerlen

Hacke, Axel: Über den Anstand in schwierigen Zeiten und wie wir miteinander umgehen. – München: Kunstmann, 2017. – 189 Seiten

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„Der Anstand ist eine Sache jedes Einzelnen und damit eine Sache von uns allen.“
Gereift ist das Thema schon lange in Axel Hacke, der sich lange Zeit keine Gedanken um etwas Selbstverständliches gemacht hat. Anständig leben bedeutet für ihn Rücksichtnahme auf andere auch in Kleinigkeiten, und auch wenn einem gerade nicht danach zumute ist. Dinge zu tun oder nicht zu tun, die nicht verboten oder verpflichtend sind, auch wenn gerade mal keiner hinschaut. Es ist etwas Freiwilliges, das er für sich tut und weder mit Pflicht noch mit Moral vermischt. Man tut es einfach, oder man tut es einfach nicht. Es ist gut, sagen zu können, mein Gegenüber ist ein „anständiger Kerl“.
Doch die Zeiten ändern sich, man wird älter, und das immer häufigere Fehlen des selbstverständlichen Anstands im gesellschaftlichen Umgang beschäftigt nicht nur ihn. Im Dialog mit einem kritischen Freund kommen immer wieder Alltagssituationen zur Sprache und das Kreisen um eine Definition, um Respekt und Freundlichkeit im menschlichen Zusammenleben, aber auch um die Frage, welche Lebensmittel, in dem Fall das Bier einer Großbrauerei, anständig sind, lassen Hacke von Anderen zu sich selbst kommen.

Tanja Schleyerbach

 

Zweimal ausmisten

Kondo, Marie: Magic Cleaning. Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert, Reinbek: Rowohlt, 2016 – 223 Seiten

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Wenn Dein Mann anfängt, freiwillig seine Socken zu falten, dann hat er das Buch von Marie Kondo gelesen und offensichtlich verinnerlicht. Die japanische Lebensberaterin Marie Kondo hilft beim Aufräumen und Entrümpeln der Wohnung und zeigt, wie man mehr Lebensqualität gewinnt. Ihr Motto lautet: Behalte nur, was Dir Freude macht. Besitze nur, was Du brauchst. Dieser Weg führt über den Verzicht auf Dinge, die nicht (mehr) glücklich machen. Zunächst wird alles aus den Schränken genommen und ausgepackt, dann muss man sich für jeden Gegenstand entscheiden: Macht er mich glücklich? Von aussortierten Dingen verabschiedet man sich explizit. Wegen ihrer speziellen Methode wurde Marie Kondo in Japan und den USA berühmt und zur Bestseller-Autorin. Ihr Buch „Magic Cleaning“ ist zum Longseller geworden.  

 

Schreiner, Margit: Kein Platz mehr. Roman, Frankfurt: Schöffling & Co., 2018 – 176 Seiten.

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Endlich aufräumen und ausmisten, um sich – befreit vom Ballast des Alltags – ganz dem Schreiben zu widmen. Doch ein stets zur Unzeit abstürzender Computer, der Lärm der ländlichen Idylle, die Zipperlein der Schriftstellerin und vieles andere trüben die Lebensqualität der österreichischen  Schriftstellerin.  Mit reichlich Humor wettert Margit Schreiner über die Fülle, mit der wir uns tagtäglich umgeben. Braucht man das alles wirklich? Und wie wird man los, was zu viel ist? Eigentlich kein Roman, sondern ein Essay über den Mangel an Platz, den Überfluss  unserer materiellen Güter, das Problem mit dem Aussortieren und das „Zuviel“ in unserem Leben. Margit Schreiner lässt ihren Blick nicht nur über das eigene Leben gleiten, sondern schweift auch ab in Erinnerungen an Freunde, Verwandte, Bekannte und deren Schwierigkeiten, an denen sie die Leser teilhaben lässt.
Ein erhobener Zeigefinger für alle, die sich nach leeren Schubladen und weniger Ballast sehnen, und in der eigenen Sammelwut keine Befriedigung mehr finden.

Andrea Däuwel-Bernd