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Empfehlungen Dezember 2018 / Januar 2019

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter empfehlen

      

 

Leben und Sterben an der mexikanischen Grenze

Cantú, Francisco: No Man's Land. Leben an der mexikanischen Grenze. – München: Hanser, 2018. – 240 Seiten

Titel verfügbar?

Tausende Menschen fliehen derzeit aus Mittelamerika - ihr Ziel: die USA. Dort aber will Präsident Donald Trump die Grenze zu Mexiko mit der Armee schützen. Und illegale Einwanderer, Drogenschmuggel und Kriminalität werden an der Grenze zu Mexiko von der United States Border Patrol bekämpft. Wer sich für dieses Thema interessiert, kann mit "No Man's Land" von Francisco Cantú keine bessere Lektüre finden. Als Mitarbeiter im Grenzschutz harrt Cantù in der Wüste aus, spürt Schmuggler auf, schiebt Illegale ab und erlebt die tragischen Geschichten dieser Menschen hautnah. Ein literarischer Zustandsbericht, der ein tieferes Verständnis fördert, für das, was Grenzen für Menschen bedeuten.

Andrea Däuwel-Bernd

 

Beeindruckender Erstling

Grau, Marian: Bruderherz. Ich hätte dir so gern die ganze Welt gezeigt. – Hamburg: Eden Books, 2018. – 156 Seiten. eBook

Titel verfügbar?

Lesen Sie gerne über ungewöhnliche Menschen?
Lesen Sie gerne leicht Geschriebenes über schwierige Inhalte?
Lesen Sie gerne über Reisen?

Dann ist das Buch „Bruderherz“ des erst 16 Jahre alten Reisebloggers Marian genau das Richtige für Sie. Er nimmt seine Leserinnen und Leser mit auf seine Reisen in alle Welt und berichtet zugleich – authentisch und berührend – von seinem Leben und von seiner Beziehung zu seinem schwerbehinderten Bruder, der vor einigen Jahren verstorben ist. Und wohin Marian auch reist: die Erinnerung an ihn hat er immer im Gepäck.

Jutta Zimmermann

 

Schluss mit Fake News!

Butter, Michael: „Nichts ist, wie es scheint“. Über Verschwörungstheorien. – Berlin: Suhrkamp Verlag, 2018. – 270 Seiten

Titel verfügar?

Die Mondlandung hat nie stattgefunden, hinter dem Anschlag auf das World Trade Center steckt die CIA und wir werden durch Chemtrails vergiftet! Der Wissenschaftler Michael Butter geht an der Uni Tübingen der Frage nach, warum Verschwörungstheorien boomen und erläutert, wie solche Erzählungen funktionieren, wo sie herkommen und welche Auswirkungen sie haben können. Im politischen Geschehen werden Verschwörungstheorien und -gerüchte zur Stimmungsmache instrumentalisiert. Denn sie erfüllen eine zentrale Aufgabe: Die Welt um uns herum besser verständlich zu machen und einfacher zu ordnen. Auch wenn dies bei Verschwörungstheorien eben nur für die „Gläubigen“ funktioniert.
Ein wichtiger Aspekt in diesem Buch: Mit dem Internet hat sich alles verändert. Verschwörungstheorien wurden leichter zugänglich, ihre Form hat sich gewandelt zu kurzen Verschwörungsgerüchten. Und das Digitale hat die Möglichkeit geschaffen, Verschwörungstheorien zu kommerzialisieren. Mit ihnen kann Geld verdient werden. Ein wichtiges Buch, auch um zu verstehen, dass die Welt um uns nicht berechenbar und vorhersehbar ist. Unvorhergesehene Konsequenzen, Nebeneffekte, systemische Folgen und Widersprüche bestimmen das politische Handeln in einer vernetzten und globalisierten Welt.

 

Rosling, Hans: Factfulness. Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie ist. – Berlin: Ullstein Buchverlage, 3. Auflage 2018. – 393 Seiten

Titel verfügbar?

Der 2017 verstorbene schwedische Gesundheitsforscher Hans Rosling empfand vor allem die Suche nach Wahrheit als eine der großen Aufgaben der Menschen. Er zeigt in diesem Buch auf, dass, wenn Menschen Fragen über den Zustand der Welt beantworten sollen, sie regelmäßig falsch liegen. Sein Werk „Factfulness“ ist ein Plädoyer für die Wirkung fundierter Fakten. Mit anschaulichen Statistiken und großem Optimismus präsentiert er eine verständliche und kreative Zusammenstellung von Tatsachen und Zahlen über unsere Welt. Mit Themen wie Weltgesundheit, Bildung, Einkommensverhältnisse, hinterfragt er gängige Meinungen und stellt dar, wie die Menschheit im letzten Jahrhundert doch Fortschritte gemacht hat. Insofern haben wir allen Grund zum Optimismus. Ein positives, manchmal geradezu enthusiastisches Buch, das ich wohltuend fand und hilfreich, um aufzuklären darüber, wie Vorurteilen begegnet werden kann.

Andrea Däuwel-Bernd

 

Ein Märchenklassiker einmal anders

Aschenputtel – Bilderbuch-App. – Carlsen, 2011. –  System: ab iOs 5.0; Geräte: iPhone, iPad und iPod touch. – Ab 5 Jahre. – Preis: 5,49 €

Nicht  in der Bibliothek verfügbar, sondern zum selbst herunterladen.

Die Geschichte von Aschenputtel gehört zu den bekanntesten Märchen der Gebrüder Grimm. Sie erzählt von einem armen Mädchen, das von ihrer bösen Stiefmutter und ihren zwei Stiefschwestern gepiesackt wird, aber dann durch die Hilfe einer guten Fee zum Ball des Prinzen gehen kann. Die beiden verlieben sich ineinander und als Aschenputtel plötzlich gehen muss, kann der Prinz sie durch einen gläsernen Schuh wieder finden und schließlich heiraten.
In der Bilderbuch-App von Carlsen wird das Märchen wunderschön illustriert und außerdem mit gelungenen Animationen und stimmiger Musik ergänzt. Kinder können selbst an der Geschichte teilhaben, indem sie z.B. Aschenputtel beim Aufräumen und beim Ankleiden der Stiefschwester helfen, zusammen mit der Fee alles Wichtige für die Kutsche zusammensuchen oder die Farbe für das Ballkleid von Aschenputtel auswählen. Die App ermöglicht die Einstellung von verschiedenen Lese-Modi: Vorlesen, Selbst lesen oder Lesen und Spielen.
Eine schöne Kombination aus Bilderbuch und interaktivem Spiel für einen Märchenklassiker.

Simone Langer

 

Außergewöhnliche Graphic Novel

Krug, Nora: Heimat. Ein deutsches Familienalbum. – München: Penguin Verlag, 2018. – 288 Seiten

Titel verfügbar?

Nora ist zwölf und in den Sommerferien mit ihren Eltern unterwegs. Sie besuchen einen Militärfriedhof, auf dem deutsche Soldaten aus dem Zeiten Weltkrieg begraben sind. Und dort finden sie den Namen eines Onkels, der 1944 mit 18 Jahren im Krieg gefallen war. Nora will mehr über ihre Familie erfahren. Dieser Wunsch begleitet sie, als sie in die USA umzieht, heiratet und eine Familie gründet. Sie beginnt zu recherchieren und arbeitet die Geschichte ihrer Familie auf, vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die Nachkriegszeit. Dokumente, Fotos, Zeitungsausschnitte arrangieren sich mit den Erinnerungen der Autorin, die 1977 in Karlsruhe geboren wurde, zu einem Tagebuch, in dem die Autorin Familienfundstücke geklebt, Gedanken notiert und Bilder gezeichnet hat.
Eine ganz ungewöhnliche und sehr berührende Spurensuche, welche die Frage nach der eigenen Identität und familiären Wurzeln stellt und sich mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzt.

Andrea Däuwel-Bernd

 

Drachen, Vampire und ein Bücherdiebstahl

Cogman, Genevieve: Die flammende Welt. – Köln: Bastei Lübbe, 2017. – 444 Seiten

Titel verfügbar?

Irene Winter ist Agentin, Bibliothekarin im Außendienst und Bücherjägerin. Ihr Job ist es, für die unsichtbare Bibliothek, in der es Zugänge zu den unterschiedlichsten Parallelwelten gibt, seltene und einzigartige Bücher zu beschaffen. Dabei hilft ihr eine ganz eigene Art von Magie. Sie trifft bei ihren Beutezügen auf Elfen, Drachen, Vampire, Werwölfe, feindliche Agenten und gefährliche Verräter.
Diesmal führt ein Auftrag sie und ihren Lehrling Kai nach Frankreich in die Zeit der Französischen Revolution. Ein gefährlicher Ort, um Bücher zu stehlen. Als ihr Rückweg versperrt ist, schweben beide in höchster Gefahr.

Genevieve Cogman hat ein vielschichtiges Handlungsnetz gesponnen und  realitätsnahe  Protagonisten geschaffen. Ihre originellen Romane heben sich aus der Masse der Fantasyliteratur hervor. Ein wahres Vergnügen und Leseabenteuer.
Der erste Band der Reihe um die „ unsichtbare Bibliothek“ wurde zu einem der besten fantastischen Bücher des Jahres 2015 gewählt. 

Weitere Titel der Reihe: „Die unsichtbare Bibliothek“ und „Die maskierte Stadt“

Maria Weber

 

Noch einmal davongekommen

O’Farrell, Maggie: Ich bin, ich bin, ich bin. Siebzehn Berührungen mit dem Tod. –München: Piper Verlag, 2018. – 253 Seiten

Titel verfügbar?

Die nordirische Autorin Maggie O´Farrell ist trotz mehrerer veröffentlichter Romane hierzulande noch recht unbekannt. Mit 17 autobiografischen Geschichten, die jeweils eine Begegnung mit dem Tod zum Thema haben, stellt sie sich als vielseitige und sprachmächtige Autorin vor. Von Anfang an bestimmt der Tod ihr Leben: als Maggie O'Farrell im Alter von acht Jahren beinahe an einer unbekannten Virusinfektion starb. Als sie mit 15 aus Übermut einen törichten Fehler beging. Als sie beim Wandern eine zutiefst verstörende Begegnung hatte. Oder als sie in einer unterbesetzten Klinik mit inkompetentem Personal bei der Geburt ihrer ersten Tochter fast gestorben wäre. An den unterschiedlichsten Orten, zu unterschiedlichen Zeiten lenkte der Tod ihren Lebensweg. Ihre Erinnerung an diese Ausnahmesituationen stellt existenzielle Fragen: Was bedeutet uns das Leben und wie oft sind wir selbst dem eigenen Ende bisher entgangen, womöglich ohne es zu wissen?
Ein autobiografisches, optimistisches und lesenswertes Buch. 

Andrea Däuwel-Bernd

 

Post für den Wal

Iwasa, Megumi: Viele Grüße vom Kap der Wale. – Frankfurt a. M.: Moritz, 2018. – 108 Seiten

Titel verfügbar?

Der Walprofessor lebt am Kap der Wale und liebt das Blau des Himmels und des Wassers. Früher hat er den Pinguin unterrichtet, aber seit Pinguin auf der Pinguininsel lebt, ist der alte Wal im Ruhestand. Weil er einsam ist, hat er viele Briefe in die Welt hinaus geschickt und hofft nun, dass er Post bekommt. Eines Tages bekommt er eine Antwort von Waldo von der Insel Otto. Damit beginnt ein Briefwechsel zwischen dem betagten Walprofessor und dem jungen Wal, bei dem sie feststellen, dass der Walprofessor den Opa von Waldo kennt. Und nicht nur das – Waldo erfährt auch, dass sein Opa und der Walprofessor gemeinsam bei den Olympischen Spielen am Kap der Wale dabei waren. Diesen Wettkampf wollen nun beide wieder ins Leben rufen…
Eine kleine poetische Geschichte über Einsamkeit, Freundschaft und das rücksichtsvolle Miteinander im Wettkampf. Die liebenswerten Illustrationen von Jörg Mühle ergänzen den Text, der für Leseanfänger ab 7 Jahren geeignet ist.
P.S.: Dies ist der Folgeband zum Buch „Viele Grüße, deine Giraffe“, das 2018 den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Rubrik Kinderbuch erhielt.

Simone Langer

 

Außergewöhnlich

Taha, Karosh: Beschreibung einer Krabbenwanderung: Roman. Köln: DuMont, 2018. – 236 Seiten

Titel verfügbar?

Sanaa ist zweiundzwanzig, studiert an der Uni, hat einen Freund und einen Liebhaber und alles könnte gut sein, wenn da nicht die Realität wäre, die sie immer wieder kneift. Kneift, wie die Krabbe damals im Irak, als sie als Kind im Fluss badete. Die Realität, das sind: ihre depressive Mutter, die die Wohnung nicht verlässt, der Vater, der sich der Familie entfremdet, die halbwüchsige Schwester und die dominante Tante. Sie alle leben in einer Hochhaussiedlung im Ruhrgebiet, in der die Regeln der kurdischen Großfamilien gelten. Sanaa fühlt sich für ihre Familie verantwortlich und ringt gleichzeitig um ihre Freiheit. Also kümmert sie sich und lebt zwei Leben, bis es keinen Ausweg mehr gibt…
Spannender Roman aus der Perspektive der jungen Menschen,  deren Eltern nach Deutschland eingewandert sind, die selbst in Deutschland groß wurden und nun oft im Dazwischen leben müssen. Es ist der erste Roman der jungen Autorin. Ich fand ihn mit poetischer und kraftvoller Sprache spannend, berührend und unterhaltsam zu lesen.

Andrea Däuwel-Bernd