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Empfehlungen Oktober/November 2018

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter empfehlen

      

 

Mord und Magie in  London - britisch, witzig, schräg

Aaronovitch, Ben: Die Flüsse von London. – München: dtv, 2012 – 477 Seiten

Titel verfügbar?

Was macht man aus seinem Leben, wenn man aus einer Migrantenfamilie stammt, der eigene, hochmusikalische Vater drogenabhängig ist und die Familie auf den Putzjob der Mutter angewiesen ist, um über die Runden zu kommen? Eigentlich keine Frage für den farbigen Peter Grant: Er wird Polizist.
Nach seiner Ausbildung befürchtet Peter, einen öden Schreibtischjob bei der Metropolitan Police London zugewiesen zu bekommen. Seine Karriere nimmt eine überraschende Wendung, als ihm an einem Tatort ein Geist erscheint, den nur er sehen kann.
Er wird der Einmannabteilung von Chief Inspector Thomas Nightingale zugeteilt, die sich mit magischen Vorkommnissen beschäftigt und schon bald ist Peter „Zauberlehrling“, der sich neben der Polizeiarbeit auch mit dem Lernen von magischen Formeln beschäftigen muss.
Eine besondere Art, London zu entdecken, ist dieses erste Buch von Ben Aaronovitch um den Zauberlehrling Peter Grant, der sich auf der Verbrecherjagd mit Flussgöttern, Vampiren, aufmüpfigen Geistern und eingebildeten Diven abgeben muss.
Den Leser erwartet eine Mischung aus Krimi und Fantasy,  geschrieben mit bissig-englischem Humor und viel Selbstironie!
P.S.: Es gibt bereits sechs Fortsetzungen...

     Ulrike Dahl

 

Landkarten-Trilogie ; 1

Palma, Félix J.: Die Landkarte der Zeit. – Reinbek: Kindler, 2010 – 715 Seiten

Titel verfügbar?

Andrews große Liebe wurde von Jack the Ripper ermordet. Deshalb will Andrew Selbstmord begehen. Doch sein Cousin hat eine Idee, denn seit kurzem gibt es die Firma „Zeitreisen Murray“.  Allerdings werden hier nur Reisen in das Jahr 2000 angeboten, in welchem der Endkampf zwischen Menschen und Maschinen stattfindet.
Vielleicht hat der Erfinder der „Zeitmaschine“, der Autor H. G. Wells, der ausgerechnet Murrays Erzfeind ist, eine Lösung?
Aber kann mal wirklich durch die Zeit reisen?
Ein auf amüsante Weise verwirrendes und unterhaltsames Buch, eine Mischung aus Fantasy-, historischem, Science-Fiction- und Liebesroman mit überraschenden Wendungen, in dem auch der eine oder andere bekannte  Schriftsteller einen Auftritt hat.
Die Fortsetzungen „Die Landkarte des Himmels“ und „Die Landkarte des Chaos“ (Parallelwelten? Außerirdische?) sind ebenso zu empfehlen.

 Andrea Bässgen

 

Zweimal Schwäbische Alb

Niemann, Solveig A: Von den Socken und ich: Eine Wanderung über die Schwäbische Alb und zu neuen Lebenszielen. – Hamburg: trediton, 2017 – 343 Seiten

Titel verfügar?

Der Hauptwanderweg HW1 von Donauwörth nach Tuttlingen ist Schauplatz dieses autobiografischen Romans. Vor drei Jahren erwanderte die Autorin über 360 Kilometer. Das Buch ist nicht nur ein Wanderbericht mit allerlei Prüfungen, Strapazen und Schilderung der landschaftlichen Schönheiten, sondern auch eine Innenschau mit Selbsterkenntnis. Gerade einem Burnout entkommen, sucht Solveig Niemann Erkenntnisse und Ablenkung auf einer Wanderung quer über die Schwäbische Alb. Aber die Pfade sind einsam und für eine Innenschau bleibt ihr wegen der Unterkunftssuche, der Pflege der ramponierten Füße und der Betrachtung der Landschaften keine Zeit. Erst ein dramatisches Erlebnis lenkt ihre Aufmerksamkeit auf die wichtigen Fragen: Wie hat sie sich in die Erschöpfung reinmanövriert? Womit will sie ihre Lebenszeit verbringen? Und wo gibt’s das nächste Stück Kuchen?
Ein schöner Kompromiss zwischen Reisebericht und ganz individueller psychologischer Aufarbeitung einer Lebenskrise.

 

Maichle-Schmitt, Ursula: Kraftorte und Kraftwege: Wegweiser zu Orten der Ruhe auf der Alb und im Albvorland. – Reutlingen: Oertel und Spörer, 2010 – 121 Seiten

Titel verfügbar?

Solveig Niemann hat die Erfahrung gemacht, dass das Laufen und die Begegnung mit der Natur für die physische Gesundheit wichtig sein können. Für alle, die in der Region neue Kraft schöpfen wollen, empfehle ich ergänzend zu ihrem Reisebericht den Führer „Kraftorte und Kraftwege: Wegweiser zu Orten der Ruhe auf der Alb“. Solche besonderen Orte  gehörten fest zum Leben unserer Vorfahren. Berge, Flüsse, Wälder und Steine hatten einen Geist und wurden als mystische Orte verehrt. Auffällige Steine oder Steinkreise markierten oft diese Plätze und später bauten die Menschen dort Kirchen, Klöster und Kathedralen. Die Kraftorte aus diesem Buch sind oft auch die unscheinbaren Plätze, Natursehenswürdigkeiten und Wege durch die faszinierende Landschaft der Schwäbischen Alb von Reutlingen bis Zwiefalten.

Andrea Däuwel-Bernd

 

Knall, zisch, blubb! – So machen Physik und Chemie Spaß!

Dawn, Isaac: Big boom bang Kreativbuch. 101 spektakuläre Bastelideen für kleine Forscher. – Münster: Coppenrath, 2017. – 222 Seiten

Titel verfügbar?

Kleine Physik- und Chemie-Tüftler, die gerne praktisch forschen und basteln, kommen bei diesem Buch sicher auf ihre Kosten. Und auch Erwachsene können bei den Experimenten noch was lernen.
„Schwerkraftbetriebene Siphonflaschenfontäne“, „Brausepulver herstellen“, „Barometer bauen“, „Gel-tastischer Lufterfrischer“ sind nur einige der Projekte, die im Buch beschrieben werden.
Mit der einen oder anderen Sauerei müssen Mama oder Papa bei den Experimenten zwar rechnen, aber Vieles lässt sich auch draußen erforschen. Außerdem gibt es auch einige ganz harmlose Bastelideen, anhand derer sich nebenbei allerhand erforschen lässt: wie etwa „Samenkarten basteln“ oder „Schattentheater bauen“.

Kinder, die wissen möchten, welches physikalische oder chemische Phänomen hinter dem jeweiligen Experiment steckt, finden am Ende jeder Anleitung schnelle und einfache Erklärungen „für Besserwisser“.

Ein Experimentier- und Bastelbuch für neugierige Kinder.

 Esther Murat

 

Alte Schuhe und neue  Geschäftsideen

Von alten Schuhen leben: Straßenhändler in Tansania als Experten der Stadt. Herausgegeben vom Völkerkundemuseum der Universität Zürich. – Salenstein: Benteli, 2016. – 111 Seiten

Titel verfügbar?

Wohin mit Kleidern und Schuhen, die zwar noch tragbar sind, aber nicht mehr gefallen? Tausende Tonnen Altkleider und Schuhe werden jährlich gespendet. Mittlerweile werden mehr Kleider und Schuhe abgegeben, als karitative Organisationen vor Ort benötigen. Deshalb übernehmen kommerzielle Unternehmen das Sammeln und verkaufen weiter. Einer der wichtigsten Abnehmer ist Tansania in Afrika. Hier hat sich rund um den Handel mit gebrauchten Schuhen ein ganzer Berufszweig gebildet. Straßenhändler prägen das Stadtbild in den afrikanischen Großstädten und für den erfolgreichen Verkauf brauchen sie  Menschenkenntnis, Kommunikationspsychologie und Intuition. Mit Überzeugungskunst, guter Beobachtungsgabe und vielen Verkaufkniffen bringen sie die Schuhe an den Mann oder an die Frau. Lebendig und spannend erzählt das Buch, wie sie in der Großstadt agieren und wie so ein ganz neuer Berufszweig entstanden ist.   
Eine Ausstellung im Zürcher Völkerkundemuseum „Von alten Schuhen leben“ erzählte die Geschichte der weitgereisten Schuhe und der Menschen, die von ihnen leben. Der Ausstellungskatalog ist auch heute lesenswert. Mit informativen Texten und farbigen Bildern werden der Werdegang einer globalen Handelsware und die Lebensgeschichten der Menschen gezeigt, die von ihr leben. Ein außergewöhnliches Buch, das afrikanisches Großstadtleben lebendig werden lässt.

Andrea Däuwel-Bernd

 

In unserer Welt ist einiges nicht so, wie es scheint.

Harkness, Deborah: Die Seelen der Nacht . –  München: Blanvalet, 2011. – 799 Seiten

Titel verfügbar?

Diana Bishop, leidenschaftliche Historikerin mit Doktortitel und einem Lehrauftrag in Oxford, weiß das am besten. Denn sie ist eine Hexe, die allerdings der Magie und Hexenkunst abgeschworen hat, seitdem ihre Hexen-Eltern auf grausame Weise ermordet wurden, als sie noch ein Kind war.

Als angesehene Wissenschaftlerin erforscht sie die Ursprünge der Alchemie des 17. Jahrhunderts und verbringt Stunden in der Bodleian-Library.  Dort fällt ihr eines Tages ein magisches Manuskript in die Hände und es kommen Dinge ins Rollen, die dafür sorgen, dass sie ihr magisches Erbe nicht länger ignorieren kann.
Denn Hexen, Dämonen und Vampire, die unerkannt zwischen den Menschen leben,  interessieren sich für das Manuskript und heften sich an ihre Fersen.
Hilfe bekommt sie ausgerechnet von Matthew Clairmont, einem namenhaften Naturwissenschaftler – und Vampir!
Und so beginnt eine Liebesgeschichte, die es nach dem herrschenden Kodex so nicht geben dürfte.

Auf alle, die nach 800 Seiten noch nicht genug haben, wartet die Fortsetzung „Wo die Nacht beginnt“, die mit einer Zeitreise ins elisabethanische London beginnt.

     Ulrike Dahl

 

Finnische Wälder, Pilze und ein lebender Toter

Tuomainen, Antti: Die letzten Meter bis zum Friedhof. – Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 2018. – 316 Seiten

Titel verfügbar?

Der Finne Jaako ist 37 und erfolgreicher Pilzhändler. Das Leben könnte schön sein, die Japaner sind ganz verrückt nach den Delikatessen aus den finnischen Wäldern und seine kleine Firma floriert. Doch ein Arztbesuch beendet die Idylle: Nein, er hat keine Grippe, sondern bald wird er sterben, erfährt er von seinem Hausarzt. Jemand hat ihn über längere Zeit tödlich vergiftet. Alle Organe sind geschädigt und es bleiben ihm höchstens noch ein paar Wochen, um herauszufinden, wer ihn ermordet hat. Aber wer um Himmels willen hatte dafür einen Grund? Kein Wunder, dass Jaakos heile Welt an einem Tag völlig zusammenbricht. Denn das ist nicht die einzige schlechte Nachricht, die ihn an diesem Tag trifft. Auch seine Frau betrügt ihn mit einem Angestellten, skrupellose Konkurrenten bedrohen sein Geschäft und die Mitarbeiter seines Unternehmens haben ganz eigene Interessen und Probleme. Jaako macht sich auf, sein Unternehmen zu retten und seinen Mörder zu finden. Dabei geht nicht alles mit rechten Dingen zu und Jaako muss sich entscheiden, was ihm wichtig ist. Das ist die Ausgangslage für einen skurrilen und wendungsreichen Krimi mit skandinavischem Flair, der voller Überraschungen steckt und in vielen Situationen wirklich unterhaltsam und komisch ist.

Andrea Däuwel-Bernd

 

Eine lebensverändernde Begegnung

Rørth, Charlotte: Die Frau, die nicht an Gott glaubte und Jesus traf. – Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 2018. – 220 Seiten

Titel verfügbar?

„Ich dachte, so etwas könnte mir nie passieren. Niemals. Und doch…“
„Du bist in das Loch gefallen. Direkt hinunter in eine andere Welt“.
Charlotte Rørth, Jahrgang 1962, erfolgreiche Journalistin, Ehefrau und dreifache Mutter, ist eine bis dato ungläubige und säkular in Dänemark lebende Frau, die 2008 im Süden Spaniens am Tag nach einer Prophezeiung, die sie nicht ernst nimmt, eine persönliche „Begegnung“ mit Jesus hat. So nah und tiefgreifend, dass sie nicht mehr weiterleben kann wie bisher. Sie versucht, zu verdrängen, und als sie daran scheitert, beginnt sie mit journalistischer Gründlichkeit zu untersuchen, was ihr widerfahren sein kann. Es beginnt mit der Annahme, einen epileptischen Anfall gehabt zu haben oder an psychischen Auffälligkeiten zu leiden, und sie befragt dazu allerlei Ärzte, Heiler, Priester, Freunde und Familienmitglieder.
Sie bekommt starke körperliche Symptome, verliert Gewicht, sieht die Auren und Chakren anderer Menschen, erlebt umfassende Liebe, verfügt über die Fähigkeit zu heilen und vieles mehr. Eine zweite Begegnung am selben Ort verstärkt ihre Symptome. Weiterhin wehrt sie sich erfolglos gegen diese Erlebnisse, versucht sie mit dem Verstand zu analysieren und sich und ihrer Umgebung zu erklären. Fünfmal fährt sie in einem Jahr an denselben Ort, versucht herauszufinden, warum ihr, die dergleichen nie gesucht hat, dieses widerfahren musste. Sie beschäftigt sich mit den Mystikern und findet Antworten. Erst nach vielen Jahren nimmt sie die Bibel zur Hand. Immer stärker wird die Sehnsucht, ins Kloster zu gehen und sich von der Welt abzukapseln. Sie widersteht; der journalistische Spürsinn, ihre Realitätsverbundenheit und der Wunsch, eine Brückenbauerin „zwischen den Welten“ zu sein, sind stärker. Immer einsamer und unverstandener fühlt sie sich, immer empfindlicher wird sie, und immer mehr sieht sie ihre Ehe mit einem Mann, der alles akzeptiert, aber nicht versteht, in Gefahr. Ihr ältester Sohn, der bereits eine Nahtoderfahrung erlebt hat, geht wie ihre beiden anderen Söhne gelassen mit den Erlebnissen seiner Mutter um.
Beeindruckend schildert sie erst sechs Jahre nach der ersten Begegnung ihr Ringen, ihr Gefühlsleben und ihre Suche mit Hilfe ihres journalistischen Handwerks in einer distanzierten Selbstanalyse. Eine bemerkenswerte, hypersensible Frau traut sich, ihr Innerstes offen zu legen, ohne dass es einen Moment unangenehm oder missionarisch wäre.
Besonders bewegend: Im Jahr 2014, nachdem sie zum ersten Mal nach Jerusalem, dem Ort der Zeitreise gefahren ist und ihr Buch zu schreiben beginnt, stirbt ihr jüngster Sohn mit Anfang 20. Ihm ist ihr Erfahrungsbericht gewidmet, der in Dänemark ein Bestseller ist.

Tanja Schleyerbach