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Empfehlungen Oktober/November 2017

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter empfehlen

   

 

Abenteuer für die Kleinen

Siegner, Ingo: Der kleine Drache Kokosnuss und die Reise zum Nordpol. – cbj, 2014. – 68 S.

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Kokosnuss, Matilda und Oskar entdecken den kleinen, ausgehungerten Eisbären Björn am Strand der Dracheninsel. Er ist vollkommen erschöpft, und so päppeln Kokosnuss und seine Freunde ihn wieder auf. Auf der Dracheninsel ist es aber viel zu warm für Eisbären, und außerdem hat Björn Heimweh! Kokosnuss und seine Begleiter bringen den Gast daher wieder an den Nordpol. Als sie dort ankommen, möchte der kleine Eisbär gleich eine Robbe verspeisen, was seine Begleiter gerade noch verhindern können. Bevor jedoch Kokosnuss mit seinen Freunden wieder heimkehren kann, müssen die Vier noch einige Abenteuer bestehen.
Dieses schön illustrierte Kinderbuch ist spannend und wunderbar zu lesen. Es richtet sich vor allem an Kinder im Grundschulalter. Die Schrift ist groß und daher sehr gut geeignet für Leseanfänger. Eine lustige Geschichte für die ganze Familie!

Beate Reichmann

 

HRH Prinz Charles ganz bei sich

Der Bauer & sein Prinz. - Regie: Bertram Verhaag. - 2015. - 1 DVD, 80 Min.

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„Man muss der Natur etwas zurückgeben. Heutzutage geben wir nichts zurück, wir nehmen nur.“ HRH Prinz Charles
Weitab von Hochglanzpublicity kann man in diesem Film den britischen Thronfolger ganz in seinem Element erleben und versteht sofort, hier hat jemand seine Lebensbestimmung gefunden, ein Mensch ist bei sich angekommen, ruht in sich und arbeitet für das, was ich ihm an Erkenntnis gereift ist. Sicher ist es nicht leicht, seinen Weg gegen Widerstände, und hohe gesellschaftliche, familiäre und mediale Erwartungen zu finden und zu gehen. Prinz Charles scheint dies gelungen zu sein. Ein gelassener, heiterer, spirituell verwurzelter und ernsthaft um die Schöpfung besorgter älterer Mann ohne nennenswerte Geldsorgen spricht über seine Vision einer ökologischen Landwirtschaft, einer gerechteren Welt ohne Ausbeutung von Menschen oder der Natur. Prinz Charles mit schmutzigen Fingernägeln, ohne königliche Kleidung oder royale Verpflichtungen, fühlt sich verbunden mit der Natur und spricht von Heilung. Erzählt wird die Geschichte von ihm und seinem Farmmanager David Wilson, mit dem er seit 30 Jahren gegen seine anfängliche Skepsis auf der Duchy Home Farm eine gemeinsame Vision entwickelt und konsequent verwirklicht. Die nachhaltige, giftfreie und vielfältige Bewirtschaftung der Böden im Einklang mit der Erde und nicht gegen sie soll andern Bauern Mut machen, sie überzeugen, diesen Weg zu gehen, der ein nachhaltiger und für die Erde heilsamer ist, auch wenn die Erträge geringer ausfallen mögen und manches unberechenbarer wird. Natürlich ist es einfacher, dieses Konzept mit einem gut gepolsterten Bankkonto umzusetzen. Doch Prinz Charles macht unmissverständlich deutlich, dass er es für das Überleben der Menschheit auf der Erde auch für alternativlos hält. Bertram Verhaag begleitet die beiden Männer fünf Jahre lang bei ihren Versuchen durch alle Jahreszeiten hindurch und fängt eine seit 1985 gewachsene Beziehung ein, die tief, gefestigt und vertrauensvoll wirkt. Überzeugend, inspirierend und überraschend bodenständig.

Tanja Schleyerbach

 

Kleine Leben, kleine Geschichten aus Skandinavien

Foster, Asa: Und außerdem machen die Leute heutzutage so seltsame Dinge. Erzählungen. -
Arche, 2017. - 221 S.

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Hier kommt ein Erzählband, den man allen empfehlen kann, die gerne hintergründige Alltagsgeschichten lesen. Ein Autoverkäufer, der eine geheimnisvolle und offenbar kriminelle Frau bei einer Probefahrt trifft, durch die sich sein Leben ändert. Zwei langjährige Ehepaare, deren Frauen mit dem Mann der anderen flirten und ihrer Beziehung damit neue Impulse geben. Ein wütendes kleines Mädchen, das heimlich zum ersten Mal seinen Großvater besucht. Eine Frau, die Angst vor Gewittern und ihrem Ex hat. Eine Städterin, die auf dem Land ein neues Heim sucht. Zwölf Erzählungen, die der rätselhaften Seite des Lebens auf den Grund gehen. Warum erscheint uns Vertrautes fremd? Warum tun wir Dinge, die wir sonst nicht tun? Warum treffen wir nicht die besten Entscheidungen? Die Autorin Åsa Foster gibt in ihren Geschichten Antworten mit Figuren, die Freunde, Nachbarn oder wir selbst sein könnten. Klar und schlicht ist die Erzählweise. Der zweite Erzählband der schwedischen Autorin Asa Foster.

 

Nors, Dorthe: Rechts blinken, links abbiegen. Roman. - Kein & Aber AG, 2016. - 191 S.

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Und auch dieser kleine Roman lebt von einer unspektakulären Geschichte, die wunderbar klar erzählt wird. Sonja lebt in Kopenhagen, ist über vierzig und will den Führerschein machen. Glücklich ist sie in ihrem Leben als Übersetzerin in der Großstadt nicht. Aber ihre Fahrlehrerin und ihre Masseurin wissen genau, was gut für Sonja ist. Dabei möchte Sonja nur Fahren lernen, damit sie endlich selbst ihrem Leben eine Richtung geben kann. Eine kleine und witzige Geschichte über eine Frau, die gerade lernt, auszuweichen und ihr eigenes Tempo zu finden.

Dorthe Nors ist eine dänische Schriftstellerin. 2017 ist sie für den Man Booker International Prize nominiert worden.

Andrea Däuwel-Bernd

 

Familienroman eines Suchenden

Blom, Philipp: Bei Sturm am Meer. Roman. - Zsolnay, 2016. -  220 S.

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Du bist jetzt kein Sohn mehr, du bist nur noch du.

Die Asche von Bens Mutter Marlene ist verlorengegangen auf dem Weg nach Holland. Ben macht sich auf die Suche nach ihrem Geheimnis und dem Geheimnis des Todes seines Heldenvaters, der in Kolumbien entführt wurde und den er niemals beerdigen durfte. Die Geschichten von Philipp Blom handeln vom Sterben und von Alzheimer, von Enge und Flucht, von zurückgelassenen Kindern, suchenden Söhnen, fehlenden, Briefe schreibenden und wiedergefundenen Vätern, von Beziehungs- und Ehedramen, von Eifersucht und begrabenen Hoffnungen, vom Aufbäumen und Resignieren, von verblassenden Schönheiten und sinnentleertem Leben.

Philipp Blom lässt uns in raffiniert verschlungenen Erzählsträngen teilhaben an Lebenslügen und Selbsttäuschungen, an wiederkehrenden familiären Geschichten – mal komödiantisch, mal absurd - und an enttäuschten Hoffnungen, zerplatzten Lebens- und gescheiterten Familienträumen. Er ist ein wunderbarer Erzähler, und immer tiefer nimmt er uns über drei Generationen und Länder hinweg mit hinein in ein Konglomerat aus alltäglichen Dramen und lebenslangen Suchen, Selbstzweifeln und existenziellen Fragen. Was bleibt beim Blick zurück? Und wie soll man weitergehen?

Tanja Schleyerbach

 

Agententhriller in Afrika

Denis Johnson: Die lachenden Ungeheuer - Rowohlt, 2017. - 266 S.

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„Die Realität ist keine Tatsache“, sagt eine der Personen in dem Roman. Und im Lauf der Handlung wird alles trügerischer. Welche Mission hat Roland Nair, der Ich-Erzähler in den „Lachenden Ungeheuern“? Arbeitet wer wirklich für den Geheimdienst, als er in Sierra Leone auf seinen alten Freund Michael Adriko trifft? Zusammen mit Adrikos Verlobter reisen sie nach Uganda und von dort aus ins Bürgerkriegsgebiet im Kongo. Während sie in die Hände der kongolesischen Armee geraten, um schließlich zu den Bergen zu kommen, welche dem Roman den Titel gegeben haben, geht mehr verloren als nur Handy, Funkverbindung und Laptop. Lügen, Verschleierungen, Verzerrungen und Täuschungsmanöver begleiten die Männer. Beide treiben ein doppeltes Spiel, und ihre Ziele bleiben lange im Dunkeln. Ein Abenteuer- und Spionageroman und ein Porträt afrikanischer Zustände.
Der amerikanische Autor Denis Johnson starb im Mai 2017, nach einem abenteuerlichen Leben.  Seine Protagonisten waren Menschen, die aus der Bahn geworfen werden und in konfliktbeladenen Ländern und Regionen stranden. „Die Lachenden Ungeheuer“ ist sein letzter Roman. Spannend, geheimnisvoll und aktuell.

 

Cynan Jones: Alles, was ich am Strand gefunden habe - Liebeskind, 2017. - 236 S.

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Eine gescheiterte Drogenübergabe, drei Männer und das Meer sind die Zutaten für diesen kraftvollen Roman.
Grzegorz müht sich als polnischer Fremdarbeiter in einem walisischen Schlachthof ab und kann seine Familie kaum ernähren. Seine Entscheidung, sich als Drogenkurier zu verdingen, ist fatal. Sein Weg kreuzt den von Holden, der als Fischer und Jäger auch auf das große Geld hofft und zudem ein Versprechen einlösen will.  Und da ist auch noch Stinger, der eine verlorene Drogenladung wieder auftreiben muss und merkt, dass sich die Welt verändert hat. Der walisische Autor Cynan Jones hat einen präzisen Blick für die Not der kleinen Leute. Er schildert, wie Menschen aus den Alltagsnöten ausbrechen wollen und dabei unter die Räder kommen.
Ein kompaktes und konzentriertes Leseerlebnis mit intensiven Naturschilderungen.

Andrea Däuwel-Bernd